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Was passiert muss eigentlich passieren, dass ein Zug den Bahnhof verlassen kann?

Servus, Moin und einen schönen guten Tag,

es freut mich das du den Weg zu diesem Blog gefunden hast 🙂 In Bezug auf den Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 3.11.2016 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-zugtueren-schliessen-bald-sekunden-frueher-im-dienste-der-puenktlichkeit-1.3233167) und dem daraus resultierenden Kommentarsturm auf Facebook der mir zeigte, dass wohl die wenigsten wirkliche Ahnung vom Bahnbetrieb haben, möchte ich euch hiermit die Grundzüge des „Zug abfahrens“ (oder wie es im Bahndeutsch heißt „Abfertigen“ näher bringen)

Als Erstes sei erwähnt, das ich es echt nicht verstehe wie sich Leute über 20 Sekunden aufregen können. Vor allem beginnt NUR der Fernverkehr das Abfertigungsverfahren 20 Sekunden früher. Die S-Bahnen, DB Regio und die Privatbahnen bleiben von dieser Regelung also unberührt. Das dürfte schon mit der Befürchtung der Leute aufräumen, wie es ist, wenn jemand länger zum Einsteigen braucht oder aber der Zug nur 30 Sekunden am Bahnsteig hält. Denn der Fernverkehr steht mindestens 2 Minuten planmäßig in den Bahnhöfen.

Als Zweites muss man sich vor Augen führen, dass dies nicht heißt, dass der Zug auf Biegen und Brechen 20 Sekunden früher abfährt, sondern der Zugchef lediglich 20 Sekunden früher damit beginnen kann den Zug abzufertigen. Allerdings muss der Zug vorher natürlich Abfahrbereit sein.

Abfahrbereit? Was heißt das denn schon wieder?

Ein Zug ist Abfahrbereit, wenn die Abfahrtszeit gekommen ist, dass Personal vollständig am Zug ist (Lokführer und die Mindestbesetzung), wenn der Be- und Entladevorgang am Speisewagen abgeschlossen ist, der Zug fahrbereit ist UND der Ein- und Austiegsvorgang beendet ist. Gerade der letzte Absatz sollte also mit der Aussage aufräumen, dass die DB die Fahrgäste nichtmehr mitnehmen möchte. Denn wenn eine Menge Fahrgäste ein und Aussteigen, so muss der Zugführer auch weiterhin warten, bis alle Fahrgäste Ein- und Ausgestiegen sind. Auch wartet der Zugführer weiterhin auf Anschlüsse, wenn die Verkehrsleitung dies anordnet. Und auch die Zugbegleiter warten natürlich weiterhin, wenn wir sehen, dass Fahrgäste angerannt kommen.

Aber was ändert sich denn jetzt eigentlich genau?
Dies möchte ich euch am Beispiel der ICE Abfertigung erklären. Der Einfachheit geschuldet ist T die Abfahrtszeit.
Das Abfertigungsverfahren der DB Fernverkehr AG für ICE Züge ist in 3 Phasen unterteilt und Phase 1 beginnt T-45 Sekunden. In Phase 1 wird die Bandansage ( „Meine Damen und Herren an Gleis XY bitte steigen Sie ein. Die Türen schließen automatisch, Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges.“) Außerdem betätigen die Zugbegleiter spätestens jetzt die Notentriegelung (Der Pfeifton) um sicher zu gehen, dass ihre Türe offen bleibt. Phase 1 hat übrigens vorher t-30 Sekunden begonnen. Effektiv sind es also lediglich 15 Sekunden die wir früher anfangen.

Kommen wir nun zu Phase 2 diese sollte t-30 Sekunden beginnen. Der Zugführer gibt hier einen Achtungspfiff und bedient die Türschließeinrichtung. Alle Türen, bis auf die der Zugbegleiter laufen zu. Hier besteht jetzt noch die Möglichkeit in letzter Sekunde zu einer Tür eines Zugbegleiters in den Zug zu kommen. Kleiner Hinweis am Rande: An Kopfbahnhöfen steht ein Zugbegleiter immer in der Nähe des Prellbocks und somit in der Nähe des Querbahnsteiges. Sollte der Zugbegleiter auch hier sehen, dass noch jemand angerannt kommt, so hat er hier noch die Möglichkeit diese Person abzuwarten.
Wohlgemerkt sind wir jetzt in Phase 3 bei T-15 Sekunden. Also hat man bis 15 Sekunden vor Abfahrtszeit die Möglichkeit in den Zug einzusteigen. Hier sei nochmal ausdrücklich erwähnt: ABFAHRTSZEIT nicht LETZTE MÖGLICHE EINSTIEGSZEIT. Im Flieger oder Schiff kommt man ja auch nicht bis zuletzt noch rein.
In der letzten Phase heben die Zugbegleiter letztlich die Orangefarbenen Scheiben. Das zeigt dem Zugchef „Hey, mein Bereich ist fertig. Wenn die anderen auch fertig sind können wir los“ Sobald der Zugchef den Arm hebt und die Fertigmeldung quittiert und zu diesem Zeitpunkt sind wir Zugbegleiter verpflichtet einzusteigen und die Türen zu schließen egal was kommt. Das hat den Hintergrund das zu diesem Zeitpunkt schon der Fahrweg steht, der Lokführer in den Startlöchern steht und wir mit jeder Sekunde, die wir länger stehen eventuell andere Züge ausbremsen. Gerade in Knoten wie Frankfurt am Main oder aber Köln HBF kann das ganz schnell den ganzen Fahrplan durcheinanderwürfeln.

Wieso können die 5 Sekunden, die ich brauche um noch zuzusteigen den ganzen Fahrplan durcheinanderwürfeln?
5 Sekunden wirken nicht viel, aber nehmen wir uns mal den Frankfurter HBF zur Brust. Hier ist die Zugtaktung so eng, dass die Züge stellenweiße sogar auf Einfahrt warten müssen, wenn jeder Zug auf die Sekunde abfährt. Das Problem, wenn ein Zug später abfährt ist, dass andere Züge, die eigentlich den Fahrweg des Zuges vor dem Bahnhof kreuzen, dadurch vor einem roten Signal zum Halten kommen. Denn: 5 Sekunden später reinspringen heißt 5-7 Sekunden spätere Fertigmelden heißt der Zug kommt 10-15 Sekunden später zum Anrollen.

Nun ist der Fahrweg vom Weichenbereich knapp 1-2km lang. Da braucht der ICE eine Weile um drüber zu rollen. Und der Fahrweg für den anderen Zug muss dann ja auch erstmal umgestellt werden, was auch wieder dauert. Der Brems und Beschleunigungsvorgang bedeutet hier gut mal eine Verzögerung von 2-3 Minuten die der andere Zug braucht um in den Bahnhof zu fahren. Dort muss er dann ggf. einen anderen Zug vorlassen oder aber Bremst einen sonst pünktlichen Zug aus und dieser hat dann gut und gerne mal 5-6 Minuten Verspätung.
Oder der andere Zug war ein ICE, da dieser später rein ist wurde der Regionalzug vorgelassen. Dieser bremst den ICE jetzt zwischen Frankfurt und Aschaffenburg aus. Dadurch hat der ICE nun eine Verspätung von 10 Minuten.

Aber wieso Lässt man dann den Regionalzug nicht einfach die 4 Minuten warten? Da ist doch der Fahrdienstleiter dann schuld!

Eben nicht. Es gibt auch für den Schienenverkehr ein Antidiskriminierungsgesetz. Das heißt das jeder Zug, egal ob Hochgeschwindigkeitszug, Regionalzüge (DB und auch private) oder auch Güterzüge. Das heißt, dass der Fahrdienstleiter den Güterzug vor den ICE setzen MUSS, wenn dieser die gleiche Trasse gebucht hat.
Tut er dies nicht, dann steht die passende Bundesagentur vor der Tür und der Fahrdienstleiter darf sich rechtfertigen. Und ob man es glaubt oder nicht, die Aussage: „Der ICE ist eben schneller!“ gilt hier nicht. Deswegen hat man auch regelmäßig in Fernzügen Nahverkehrszüge vor der Nase.

„Als würde das viel bringen. Meistens sind ja technische Störungen am Zug, an der Strecke oder Personen im Gleis Schuld“
Das ist vollkommen richtig. Allerdings muss man ja irgendwo anfangen. Außerdem kann man solche kleinen Dinge sofort Dinge sofort ändern. Technische Störungen an der Strecke wie Weichenstörungen, Oberleitungsstörungen und Signalstörungen kann man nicht einfach von jetzt auf gleich beheben. Deswegen wurden viele kleine Dinge im täglichen Betrieb geändert. Viel was nicht gemerkt wurde. Und selbst diese 20 Sekunden wären wohl nie aufgefallen wenn die Süddeutsche darüber berichtet hätte.
Und mal ganz im ernst. Die Deutsche Bahn kann ja wohl kaum was dafür wenn jemand meint im Gleisbereich spazieren zu gehen.

„Scheiß Deutsche Bahn, die SNCF löst das VIEL besser! Aber hier muss ja gleich 20 Sekunden früher die Tür geschlossen werden1111!!!!!“

Auch diese Kommentare habe ich auf Facebook gelesen und aller Professionalität zum Trotz: Leute, wisst ihr wie in Frankreich abgefahren wird?
3-4 Minuten (!) früher die Türen zu und der Bahnsteigzugang wird 2 Minuten vorher gesperrt. MiNUTEN. Keine 20 SEKUNDEN. Klar, besser wäre es wohl…. Aber da würde hier ja total Amok gelaufen. Das kannst nicht bringen 😀

Ich zitiere hier mal von Facebook: „Sehr fahrgastfreundlich, wenn eine alte Dame oder ein Rollstuhlfahrer mal länger zum Einsteigen braucht… DB, ihr habt doch nicht mehr alle Nägel am Gleis“

Vorneweg: Ob Gleise genagelt werden weiß ich nicht. Aber ich bin der Meinung die werden verschraubt 😀 Zum eigentlichen Thema: Das Abfertigungsverfahren wird nur im Fernverkehr der DB verwendet. DIESER hat immer mindestens 2 Zugbegleiter am Zug. Diese dürfen das Abfertigungsverfahren erst einleiten, wenn der Zug Abfahrbereit ist. Das heißt wenn alle im Zug sind die rein möchten. Rollstuhlfahrer müssen im Fernverkehr sowieso angemeldet sein und sich knapp 20 Minuten spätestens aber 10 Minuten vorher bei dem Servicepersonal melden. Folglich stört es die nicht viel. Die ältere Dame wird meistens auch zeitnah am Bahnsteig sein. Die stört es meistens auch nicht. Es gibt dem Chef NUR die Möglichkeit, zeitig loszufahren. Dies wird aber nicht auf biegen und brechen durchgesetzt.

Abschließend möchte ich mal eine Frage in den Raum werfen: Wer hat den gemerkt, dass dieses Verfahren schon seit Mitte des Jahres in Hannover, Frankfurt am Main und München HBF getestet wird?

Wenn ich schätzen müsste würde ich sagen: Fast niemand. Außer das die Pünktlichkeitswerte deutlich besser geworden sind.
Aber gut. Jetzt hat eine Zeitung darüber berichtet, da muss es ja was schlechtes/ein riesen Ding sein. Klar, macht Sinn…. NICHT

Mal wieder ein Update

Hallo zusammen,

Ich hatte mich ja schon lange nicnhtmehr gemeldet und das wollte ich jetzt mal hier nachholen. Ich weiß zwar immer noch nicht, ob hier effektiv jemand mitliest, aber zumindest klickt hier doch der ein oder andere mal drauf. Und irgendwie liegt mir der Blog hier überraschenderweiße echt am Herzen seitdem ich mit dem Tablet unterwegs per Mail bloggen kann. Also was ist in der Zwischenzeit passiert?

Eigentlich nicht sonderlich viel, deswegen habe ich wohl auch zwischenzeitig nicht zum Tablet gegriffen, obwohl ich zumindest in der Übernachtung echt viel Zeit hatte. Eigentlich sind nur drei wirkliche Änderungen passiert. Aber hey, wenigstens habe ich mich jetzt wirklich in meiner Wohnung eingelebt. Es fehlt zwar immernoch einiges (Ich möchte endlich ein Radio in der Küche und diversen anderen Kleinkram) aber langsam wirds überschaubar was noch fehlt.

So jetzt aber zu den 3 Änderungen:

1. Ich bin endlich wieder im FitnessStudio und nachdem ich jetzt das vierte mal trainieren war, hat sich langsam aber sicher eine Grundroutine eingearbeitet. Aber hey, wenn man knapp ein bist zwei Jahre nichts macht, baut man schon ganz schön ab. Also meine Schultermuskulatur ist ja quasi nicht vorhanden. Bin mal gespannt, wie das dann in einem Monat aussieht. Ich halte euch auf jedenfall auf dem Laufenden.

2. 8 Monate arbeit bei DB Fernverkehr hat teilweiße das geschafft, was vier Jahre Station&Service nicht geschafft hat. Nachdem ich jetzt vier mal 10 Minuten rumdiskutieren durfte, weil ich Kulanz zeigen wollte und das dann – wohlgemerkt aufgrund von den Kunden (konnten z.B. nicht gleich Zahlen) – nicht direkt klappt. Insofern gibts bei mir jetzt nur noch Kulanz im vorgeschriebenen Rahmen. Also schön Fahrpreisnacherhebungen schreiben und Vollpreistickets. Trotzdem kann mir keiner meine Freundlichkeit frühs um 5:00 nehmen 😀 Aber wie gesagt, ansonsten gibts bei mir jetzt arbeiten nach Regelwerk.

3. Eine Sache bei mir ändert sich aber wohl nie und ich glaube das habe ich schon einmal erwähnt, aber leider Gottes werde ich nach einem Treffen mit Freunden, die quasi nur einmal im Jahr – wenn überhaupt – stattfinden mich danach mindestens 15h in ein Stimmungstief versetzt. Naja, muss man wohl damit leben.

Tschüss 2015 und Hallo 2016

Hallo zusammen,

Ich wollte ja eigentlich meine Tradition fortsetzen und pünktlich zum Jahreswechsel ein Jahresrückblick veröffentlichen. Tja, wie gut das geglückt ist seht ihr ja gerade… Ich habe dann überlegt, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, habe mich aber – nach langem hin und her – dann doch dazu entschlossen etwas zu schreiben.

Die elementaren Gründe für die Entscheidung waren wohl Folgende:

1. 2015 war für mich wohl eine unfassbar geile Achterbahn der Gefühle. Ernsthaft. Der der das Drehbuch geschrieben hat hätte das nie verfilmt bekommen. Total unglaubwürdig

2. Es ist eigentlich eine schöne Möglichkeit mich nochmal mit dem Vergangenen auseinander zu setzen ohne in Gefahr zu laufen, in irgendwelche emotionalen Löcher zu Fallen.

3. Ja, es waren die ganzen Mimimimi Posts auf Facebook die 2016 zu ner Totgeburt gemacht haben. Und mit dem Thema möchte ich anfangen.

So, /Rage Mode on
Leute, geht’s euch noch gut ein 10h altes neugeborenes Jahr zum Tode zu verurteilen? Alter glaubt mir, ein bisschen kenne ich mich mit schweren Lebensphasen aus. Und ja, ich weiß verdammt gut wie es ist, wenn man nur noch einen Ausweg sieht. Leute, auch wenn es euch schwer fällt, erklärt doch nicht gleich das ganze Jahr für Tod. Ihr müsst mit dem scheiß Ding noch ein ganzes Jahr leben. :p
Ihr reisst ja auch am Wandkalender nur Tag für Tag die Blätter ab. Und geht nicht gleich am ersten Tag 2500h auf Arbeit und das restliche Jahr nicht mehr. Dan erklärt die Tage doch auch einzeln für Scheiße und nicht gleich alle zusammen. Vielleicht sind ja auch Überraschungen drunter? Wäre doch schade, wenn ihr das verpasst, nur weil das Jahr anscheinend ja eh Scheiße ist. Ich weiß, es klingt doof, aber ihr seid euer eigenes Glückes Schmied

/Rage Mode off

Und der Preis für die beste Einleitung geht dann wohl an mich. Kommen wir dann mal zum eigentlichen Rückblick

Januar 2015. Das Jahr hat grade angefangen und wo stand ich? Nervliches Wrack, da man ja aus Impuls und Ungerechtigkeit Übernahme Angebote von DB Station&Service ausgeschlagen hatte (Im Rückblick Danke Lara, das ich emotional so stark an dich gekettet war. Wegen dir bin ich jetzt hier, ausgeglichen und happy). Ausserdem hat der Einstellungstest beim Fernverkehr zum Lokführer nicht hingehauen. Also hatte man zu dem Zeitpunkt 3 Jahre Ausbildung gemacht um nachher arbeitslos zu sein. Keine Ahnung wie oft ich in ner Ecke Tränen vergoßen habe weils einfach gar nicht mehr ging.

Alternativen mussten her. Mitte Januar gabs dann das Praktikum beim Fernverkehr im Zugbegleitdienst. Die Entscheidung Stand nach ein paar Tagen eigentlich schon fest: Ab geht’s zum Zugbegleitdienst. Das ist doch was geniales.
Also am letzen Tag die Bewerbung beim Personaler abgegeben und 10 Tage später dann die Zusage für den 1.3.15 super geile Sache.

Also dann am 3.2. Hochengagiert eine erstklassige mündliche Prüfung abgelegt. Da der Beruf ganz klar extreme Arbeitszeiten hat, habe ich in der Zeit auch einen Führerschein begonnen. Begonnen ist das richtige Wort. Draus geworden ist bis heute nichts. Bin für Autos wohl einfach nicht gemacht.

Am 15.2. ging es dann etwas früher mit der Umschulung los als geplant. Was daran lag, das bei meiner Gruppe zu viele absprangen. War aber nicht weiter tragisch. Meine Ausbildungsgruppe bei Station&Service war ja schon echt super. Aber diese mit diesen Trainern war ja mal der totale Hammer. Echt Leute, es waren glaube ich mit die emotionalsten, härtesten und schönsten 3 Monate meines Lebens. Ihr seid ein total geiler Haufen gewesen. Schade das man nicht öfter zusammen fährt, ich vermisse euch 🙂

Was eigentlich auch schon die Monate März, April und Mai gut umfasst.

Naja, zu Mai sollte man noch sagen, dass das auch die Zeit war, wo man seine ersten selbstständigen Fahrten hatte. Man war das ein geiles Gefühl wieder in Uniform zu sein. Aber ich war aufgeregt wie Oskar.
Dank den Einweisungs und Prüfungsfahrten mit der Trainerin wurde mir wenigstens die panische Angst vor InterCitys genommen. Danke dafür. Mittlerweile machen die echt Spaß.

Und ab da ging alles ganz schnell bis ca. September/Oktober. Ohne Witz, durch die Dienstpläne mit den 40-50h Wochen gehen die Monate ultraschnell ins Land. Allerdings war das eine Zeit, die ich nicht missen will. Ganz ehrlich und echt. Ich wills nicht. Es war stellenweise super stressig. Es gab Schichten da wollte ich nicht mehr. Und dann gabs wieder die Schichten wie heute wo ich halt einfach mehr am Lachen bin als alles andere. Natürlich werden die Aufgaben im und am Zug trotzdem übernommen, aber mit super viel Spaß an und auf der Arbeit. Und ganz ehrlich: Das macht jeden Stress wieder wett.

Achso, ein KLEINES Thema hatte ich fast vergessen dieses Jahr: Flüchtlinge. Dazu hatte ich mich ja schon mal geäußert. Ganz ehrlich: Ich möchte es nicht mehr. Langsam ist man einfach nur übersättigt. Naja, komplett Jahresübergreifend vielleicht nochmal ein kleines Feedback zu der ganzen Flüchtlingsgeschichte. Auch hier vielleicht wieder etwas im Ragemode und etwas weniger ruhig wie ich das sonst so gerne schreibe. Aber auch das zeichnet meine Jahresrückblicke aus. Also *räusper*: Leute gehts euch bitte noch ganz gut, anderen Menschen die Hilfe zu untersagen? Anderen Menschen die – nur weil sie eben wo anders geboren wurden – weniger Glück hatten als wir hier und nicht auf der Eckbank in der Küche mit Laptop aufm Schoß sitzen können und ihr Jahr im Internet festhalten können.
Durch den Umstand, das ich mit meiner Arbeit öfters mal – zu meiner Schande muss ich gestehen – ungewollt mit Flüchtlingen zu tun habe und hatte kann ich sagen, das die meisten alle ganz normale Menschen sind und im Vergleich zu vielen Deutschen einfach nur super nett und super angenehme Zeitgenossen.
Also ganz ehrlich…. Anstelle das sich Deutschland jetzt in „Besorgte Bürger“ und „Gutmenschen“ (Was sind das bitte für Begriffe? Seit wann sind die Adjektive besorgt und gut so negativ behaftet?) aufzuspalten und euch gegenseitig zu bekriegen – ich sag nur Hamburg oder Bremen. Wo ich in Frankfurt am Bahnsteig angesprochen wurde ob es momentan sicher sei nach Hamburg zu fahren – solltet ihr euch lieber den Atem aufsparen und helfen. Wo ist denn bitte die Menschlichkeit geblieben? Die Nächstenliebe? Das sind leider Eigenschaften die ich in dieser Gesellschaft ernsthaft vermisse… Und das meine Lieben berdrückt mich mehr als jeder Flüchtlingszustrom und jeder Klimawandel. Denn wenn die humanitären Grundlagen schon so fehlen, dann können wir in dieser Form leider nur gegen die Wand fahren… Da brauchen wir keine Flüchtlinge für, wir machen uns schon selbst kaputt… Die ganzen Suizide ( 2 (!) Versuche jeden Tag allein im Schienennetz), die vielen Fälle von schweren Depressionen, SVV und anderen psychischen Krankheiten sprechen hier ja auch für sich. Ich denke, viele davon könnte man verhindern in dem wir alle einfach mal wieder ein bisschen weniger wie Maschinen und mehr wie Menschen werden. Ich mein, ich finde es schön, dass ich – lustigerweiße ebenfalls in Frankfurt am Main – gesagt bekomme das es schön war das ich jeden Reisenden angelächelt habe und ihm ein schönes neues Jahr gewünscht habe. Ist so etwas nicht menschlich und eigentlich selbstverständlich? Ich bin wirklich gespannt wo das noch hinführt… Wahrscheinlich treffen wir bald auf außerirdisches Leben das menschlicher ist als wir.
Und an die Nörgler die sagen „MERKEL RAUS“. Leute, ernsthaft, ihr findet das in Zeiten der Krise es das Beste wäre, wenn ein stabiles und gut funktionierendes System zu zerschlagen und ein Regierungswechsel das beste wäre? Ach c’mon, sowas kann ich nicht ernstnehmen. Das zeigt mir eigentlich nur, das hier kein Verständnis von Politik vorliegt. Und übrigens, ja, Merkel hat viel nicht korrekt gemacht. Aber Merkel hat menschliche Werte bewiesen und ist mir dadurch ganz schön sympathisch geworden.
Soviel zu diesem Thema. Cheers!

Aber Halt, wir sind ja erst bei Oktober. Da gibts ja doch noch so roundabout 3 Monate. Was war da denn los?
Ich hatte weiter oben ja schon den Führerschein wegen unmöglichen Dienstzeiten erwähnt. Den Führerschein habe ich ja deswegen begonnen weil der Wohnungsmarkt in München halt einfach verfahren ist. Wer hier von Anfang an mitgelesen hat, der weiß ja eigentlich schon wie es ausging. Fürs Autofahren bin ich immer noch zu blöde, aber immerhin die Wohnung hat seit Mitte Oktober geklappt. Auch wenn ich ja erst etwas später eingezogen bin und es sich noch immer nicht 100% fertig anfühlt. Gibt noch einiges zu tun. Allerdings ist hier das liebe Geld der limitierende Faktor. Und das kommt halt nur einmal im Monat. Ihr kennt das :p

Aber die erste Woche war schon nicht leicht, also aus emotionaler Sicht. Ich mein, ich wollte ja schon früher mal ausziehen und Oh mein Gott wäre ich überfordert gewesen. Zum Glück ist das nicht geworden. Der Zeitpunkt jetzt war glaube ich genau richtig. Vielleicht ein bisschen plötzlich dann doch alles, aber ich war emotional so weit. Meine Mutter konnte sich – wohl weniger erfolgreich wenn man bedenkt wie oft sie jetzt hier ist 😀 – emotional damit abfinden. Eigentlich ist alles gut gelaufen. Wären da nicht doch die tiefsitzenden Selbstzweifel und dieses abgrundtief sitzende Gefühl von… Leere? Einsamkeit? Ich kann das gar nicht so beschreiben. Fakt ist das ich grade in meinem Urlaub sehr stark darauf achten musste, dass ich davon nicht vollständig übermannt werde. Was den Urlaub nicht so wirklich erholsam machte. Was es ehrlich leichter gemacht hatte, war die TWLOHA Postkarten und das Poster wieder aufzuhängen. Hätte ich nicht gedacht, aber das bringt eine ganze Menge.

Aber wieder zu etwas Erfreulichem: Nach knapp 5-6 Jahren habe ich Ende Oktober endlich das mit dem Rauchen sein gelassen. Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich null Verlangen danach verspüre wieder damit anzufangen, aber ich möchte das neue Jahr nicht mit einer Lüge beginnen. Rauchen an sich würde ich schon gerne wieder. Aber ohne Nikotin. Geht nur leider schwer, also lassen wir eben alles bleiben.

Ja, jetzt bin ich auch wieder irgendwo bei 1500+ Wörten gelandet. Ich denke das reicht jetzt auch erstmal für ein Jahresrückblick. Also sage ich erstmal tschüss und bis zum nächsten Mal 🙂

Gedanken am Freitag dem 13.

Anmerkung der Redaktion:
Dieser Post wurde verfasst und veröffentlicht bevor ich von den Anschlägen in Paris und den vereiteltem Anschlag in Großbritannien. Versteht mich nicht falsch, Paris stellt an diesem Tag wohl alle Geschehnisse in Europa in den Schatten, allerdings sollte man auch die kleinen Geschehnisse durchaus berücksichtigen.

Wie dem auch sei, ich werde an dieser Stelle nicht mehr über mögliche Gründe und Hintergründe philosophieren.

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Hallo zusammen,

also erstmal: Ich glaube ich habe den kulantesten Arbeitgeber ever. Natürlich ist heute – typisch für Freitag den 13. – alles chaotisch gestartet. Long terms short:
5:36 morgens Dienstbeginn. Eigentlich war geplant die 5:07 Sbahn zu nehmen um dann um 5:37 auf Arbeit zu erscheinen. Ist zwar nicht pünktlich, aber die Sbahn ist die früheste Möglichkeit.
Soviel zur Theorie. Die Praxis meinte folgendes: 4:40 habe ich gemerkt das mein Schlüssel anscheinend nicht in der Tasche ist. Also ganze Wohnung abgesucht. Nirgends gefunden. Naja, nachdem ich vor meiner Ma heimgekomme habe ich mir ihren Schlüssel geschnappt und ab. 5:07 dann in der Sbahn gewesen. Dort dann in der Tasche doch noch meinen Schlüssel gefunden. Also daheim angerufen und gefragt was Sache ist. Durch das Telefonat habe ich gemerkt, dass ich wohl ausversehen meine Ma in der Wohnung eingeschlossen habe. Also an der nächsten Haltestelle aus der Sbahn und Retour auf den Bahnsteig zurück Richtung Wohnung.
Parallel dazu meinen Disponenten angerufen und die Situation geschildert. Dieser meinte ich solle zuerst meine Ma befreien und mir kein Kopf machen. Sobald ich dann fertig bin sollte ich auf Arbeit erscheinen, dann kann man alles weitere klären.
Nachdem ich aufgelegt hatte, hab ich dann einen Anruf von meiner Ma bekommen, die den Drittschlüssel gefunden hat. Also doch nicht Retour zur Wohnung fahren, sondern wieder mit Gepäck und allem in die Unterführung und auf den anderen Bahnsteig rüber. Als dann die Sbahn kam wieder meinen Disponenten angerufen, dass ich dann meine Schicht nicht am Hauptbahnhof beginnen kann, sondern am Münchner Ostbahnhof auf meinen Zug steigen könnte. Problem: Eigentlich war von München bis Freilassing eine Fahrgastrolle für mich vorgesehen für die ich eine Fahrkarte benötige. Allerdings – und hier spielt Glück im Unglück mit rein – war der Zug, mit dem ich nach Freilassing fahre, der Zug, mit dem mein Disponent nach Hause fahren wollte. Also hat er mir alle Unterlagen mitnehmen können, mich pünktlich um 5:36 zum Dienstbeginn eingetragen und ich hab abgehetzt um 6:00 mein Dienst am Ostbahnhof begonnen 😀 Sags ja, kulantester Betrieb ever.

Bezüglich der Wohnung und des Umzuges (denn darum sollte es in diesem Blog mal ursprünglich gehen) gibt es in sofern eine Neuerung da ich jetzt für insgesamt knapp 300 Euro Lampen, für 1200 Euro ein Bett, für 2500 Euro sonstige Möbel, für 500 Euro eine Waschmaschine und Mikrowelle sowie für knapp 600 Euro einen Umzugsspediteur samt Lampenmontage gefunden habe. Also insgesamt knapp 3500 Euro Erstaustattung. Was ganz okay ist wie ich finde. Ein paar Kleinigkeiten brauche ich noch. Eine Gaderobe für den Flur wäre z.B. noch ganz cool. Außerdem so Sachen wie Mülleimer, Küchenaustattung (Meßbecher, Rührgeräte, Besteck, Teller, Tassen usw) aber ich denke mal, das ich das so nebenher gewuppt bekomme. Der Umzug findet übrigens am 17.11. statt. ICh freu mir.

Bezüglich der Lets Plays:
Da ich blöderweiße meinen PC schon verpackt habe, geht Anno wohl frühestens am 18.11. weiter. Fallout 4 ist nicht vergessen und startet dann so früh wie möglich und entweder im Wechsel mit Anno oder aber Anno um 10 Uhr morgens und Fallout abends oder so. Weiß noch nicht genau wie sich das Zeitlich ausgeht. Aber kommt alles garantiert zuverlässig nachdem sich das dann eingependelt hat !

Wo kann ich im Vorfeld sehen, wie mein Zug gereiht ist?

Die Frage hat sich doch sicherlich jeder von euch schonmal gestellt. Selbst ich, der in der Verkehrsbranche arbeitet, dachte mir schon öfters: „Mensch, wäre das jetzt klasse nicht noch kurz vor knapp auf den Wagenreihungsplan am Bahnsteig schauen zu müssen um wieder den ganzen Bahnsteig zu meinem Wagen laufen zu müssen“

Aber vor kurzem hat mir ein Kollege eine echt gute Seite gezeigt, auf der man immerhin schonmal sehen kann ob die erste Klasse vorne oder hinten ist. Wenn man jetzt bedenkt das ICE 1 Züge sowie zweiteilige ICE 2, 3 und T Züge am gesamten Bahnsteig halten und pro Abschnitt ca 2 Wagen Platz finden, dann kann man sich mit folgender Seite wirklich gut im Vorfeld den Stellplatz seines Wagens ermitteln.
Aber  lange genug um den heißen Brei geschwatzt hier ist der Link zur Seite.

Ich habe die Seite geöffnet, aber wie finde ich jetzt meinen Zug?

Nehmen wir mal an sie möchten mit dem ICE 209 von München nach Rosenheim fahren.  Außerdem reisen sie an einem Montag.
Sie klicken also 200-299 (die Zahlen beschreiben die Zugnummern).
Dann sehen sie, dass der Zug Montag bis Donnerstag einteilig verkehrt. Außerdem können sie der Grafik entnehmen, dass die erste Klasse an der Spitze des Zuges ist. Wenden wir nun die Faustformel von oben an, dann wissen wir das wagen 28 in Abschnitt D steht. Dies wäre in München gerade so außerhalb der Halle. Haben sie in Wagen 27 reserviert, dann wissen Sie das sich der Wagen planmäßig in Abschnitt C befindet. Wenn sie in Wagen 23 reserviert haben dann wäre dies ca mittig von Abschnitt B.

Dazu sollte noch gesagt werden, dass die Website durchweg nicht von der Bahn selbst ist sondern nur von einer Privatperson. Allerdings zeigen meine persönlichen Erfahrungen, dass auf die Website zu 99% verlass ist.

Ich hoffe, dass ich euch hiermit die Bahnfahrten erleichtert zu haben 🙂