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Über die Stressmentalität der Deutschen

Es gibt eine Menge Dinge die ich nicht verstehe. Das ist ja auch der beste Anfang für einen Blogeintrag und wohl generell eines der besten Eingeständnisse, die man sich selbst machen kann. Eigentlich urteile ich auch nicht über Menschen, denn ich bin der Meinung das hier jeder selbst wissen sollte wie er was Handhaben möchte und was für ihn gut ist. Auch wollte ich hier nicht sonderlich viel über die Arbeit schreiben. Falls das mal ein Vorgesetzter findet, sollte man ja nicht unbedingt allzu viele Datenschutzverstöße feststellen. Allerdings geht es hier eigentlich auch weniger um die Arbeit als mehr um die Mentalität der Menschen im Allgemeinen. Also lets go:

Die Deutschen sind ein komisches Völkchen. Viele von ihnen beschweren sich, dass die heutige Gesellschaft so stressig und kurzatmig und generell immer mehr auf Leistung orientiert zu sein.
Mich hat das zwar auch gestört, aber zu Anfang dachte ich „Das muss eben so, so ist die Gesellschaft halt. Da muss man jetzt halt mithalten.“ Das lag zum einen daran, dass ich es von meiner Familie nicht anders gewöhnt bin (Da herrscht die Meinung vor, dass man am Besten alles schon Gestern erledigt hat) als auch von meinem damaligen Beruf (Ausbildung bei Station&Service) zusammen. Denn da möchten die Reisenden auch ihre Anliegen schon bearbeitet haben, bevor sie es ausgesprochen haben. Allerdings waren auch regelmäßig entspanntere Reisende da. Meist Touristen aus der Tschechischen Republik, aus arabischen Ländern, den USA aber auch zum Beispiel aus Spanien, Österreich und Schweiz. Da habe ich mir aber gedacht „Naja, liegt ja daran, dass sie auf Urlaub sind. Da wäre ich auch entspannt.“

Der sogenannte Breaking Point kam dann so Mitte/Ende 2015. Was hatte sich seitdem geändert? Die größten beiden Änderungen: Ich habe meinen Arbeitsplatz gewechselt von Station&Service zum Fernverkehr (Wohlgemerkt als Zugbegleiter, also eigentlich die gleiche Sparte) und seit Ende 2015 wohne ich allein. Im Fernverkehr habe ich mit unglaublich vielen komplett unterschiedlichen Menschen zu tun. Sowohl Reisende als auch Kollegen aus ganz Deutschland, Frankreich (Paris), Österreich (Salzburg, Wien), Schweiz (Basel, Zürich) und stellenweiße sogar bis nach Ungarn (Budapest). Nachdem ich hobbymäßig sowieso total gerne Menschen ein bisschen analysiere (Doofe Angewohnheit, aber ich kann es irgendwie nicht ändern) habe ich mich daran gemacht zu schauen
„Was macht den Unterschied zwischen den gestressten und den entspannten Menschen aus?“

Was mir ganz grundsätzlich aufgefallen ist? Der gestresste Mensch macht sich den Stress meistens selber. Das sind nämlich die, die sich mit abgefunden haben, das die Welt ein Haufen Stress ist und sich dem ergeben hat. Die streng nach Zeitplan arbeiten. Seien es die Kollegen, die streng nach Dienstplan arbeiten. (Zur Information: Zugbegleiter (Fernverkehr, Zuganfangsbahnhof) melden sich zum Dienst, haben dann 10 Minuten Zeit um die Arbeitsmaterialien zu aktualisieren, haben dann Wegezeit von der Dienststelle zum Zug (7 Minuten für – wenns doof läuft – 1,5 km) und dann am Zug nochmal 10 Minuten Vorbereitungsdienst (Reservierungen einlesen, Zug taufen (das alle Anzeiger etc. stimmen), Reisepläne auslegen, eventuell erste Fragen beantworten & technische Fehler beheben). Bei dem Zeitplan ist stress eigentlich schon eingeplant sodass es genug Kollegen gibt, die schon gestresst sind, bevor der Zug überhaupt losgefahren gibt. Dann fragen noch 3 Leute wo die Reservierung ist oder wo der Zug hinfährt und dann ist sein Tag eh schon gelaufen… Vielleicht verständlich, aber ist eigentlich unnötig.
Auf die Reisenden kann man das übrigens auch umlegen: Wenn man als Reisender nämlich planmäßig so anreist, das man 1 Minute vor Abfahrt oder gar zur Abfahrt in den Zug noch reinspringt, dann ist das klar, dass da Stress aufkommt.

Meine Empfehlung? Als Zugbegleiter komme ich eigentlich immer schon 20 Minuten vorher auf Arbeit, habe dann gut Zeit um mit Kollegen zu plaudern, mich vorzubereiten und dann 15 Minuten Zeit zu haben um zum Zug zu gehen. Hat den Vorteil: Ich muss mich nicht beeilen und komme entspannt am Zug an.
Wenn ich mal privat mit dem Zug unterwegs bin, dann plane ich meine Anreise zum Bahnhof eigentlich so, dass ich zum Fernverkehrszug noch 20 Minuten zur Abfahrt habe (Da diese meistens länger sind und man etwas suchen muss, bis man einen freien Sitzplatz findet, der zusagt) und bei Regionalzügen 10 Minuten. Bei der S-Bahn bei 20 Minutentakt bin ich meist so 5 Minuten vorher am Bahnsteig. Reicht das man entspannt ist und nicht ewig viel Hektik machen muss. Denn „Hektik führt zu erhöhtem Unfallrisiko.“ Und das muss echt nicht sein.

Man glaubt gar nicht, wieviel so eine Kleinigkeit schon ausmacht. Übrigens finde ich, dass es definitiv einen Mehrwert hat, wenn man lieber man 50 Minuten wartet anstelle von durchgeschwitzt und abgehetzt halb-ins-Gleis-rutschendend noch gerade so in den schon anfahrenden EuroCity springt. Übrigens: Sollten dass die die Pendler in Stuttgart lesen: Nicht jeder dieser Züge hält auch überall. Und nach Mannheim fährt von Stuttgart aus alle 30 Minuten der Fernverkehr und zwischendrin noch DB Regio. Mal im Ernst, für sowas die eigene und fremde Gesundheit zu riskieren ist einfach nur dämlich. Ironisch wie das Leben ist sind das übrigens genau die Leute, die nachher meckern wenn der Zug 5 Minuten Verzögerung hat. Warum? Ich darf mal wieder zitieren

„SCHEI? BAHN FÜR WAS BIN ICH JETZT GERANNT WIE EIN IRRER NUR UM JETZT 30 MINUTEN AUF MEINEN ANSCHLUSS IN MANNHEIM ZU WARTEN? SO EIN MIST ICH FAHR NICHTMEHR BAHN. DA HÄTTE ICH JA GLEICH MIT DEM SPÄTEREN ZUG IN STUTTGART ABFAHREN KÖNNEN.“

Tja, hättest das mal gemacht 😀 Gemütlich noch ein Kaffee/Tee/Bierchen in Stuttgart getrunken und vielleicht noch eine Kleinigkeit gegessen, dann wäre alles ganz entspannt gelaufen. Merkste selber wa? 😀
Ich weiß auch, dass das nicht immer umsetzbar ist, aber probiert es doch einfach mal wenn es funktioniert. Schaut ob euer Grundgefühl dadurch nicht besser wird. Gebt dem ganzen doch mal eben 2-3 Wochen eine Testphase. Ich wette mit euch, dass ihr eure innere Ruhe wiederfindet. Und wenn nicht habt ihr ja nichts verloren. Übrigens kleiner Hinweis: In der Schweiz, Österreich oder auch in Ungarn und Frankreich (Da machen die Züge sogar schon ein paar Minuten vor Abfahrt die Türen zu) gibt es sowas lang nicht so oft. Vielleicht sind dort auch die Leute entspannter. Das Schönste was mir mal im ICE von Berlin nach Interlaken Ost aufgefallen ist. Ich bin in Kassel-Wilhelmshöhe eingestiegen wir sind über Frankfurt, Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg, Freiburg (Breisgau) und Basel nach Interlaken Ost gefahren. In Basel bin ich dann ausgestiegen.
Was mir ganz extrem aufgefallen ist: In Fulda haben wir mal 6 Minuten Verspätung gemacht. Eigentlich keine große Sache. Bis Stuttgart war das Gemecker groß. Ab Stuttgart kamen dann die Südbadener und Schweizer drauf. Ich dementsprechend schon was kleinlauter durch den Zug zur Kontrolle. Spricht mich ein junges schweizer Pärchen an, was los sei. Ich antwortete „naja, zwischen Fulda und Stuttgart wurde ich wegen den 6 Minuten Verspätung nur zu gemeckert, deswegen is‘ die Stimmung grade was gedrückt“ kam von ihr und dem halben Großraumwagen zurück „Ach Mensch, des sind doch nur 6 Minuten. Des steht man mit dem PKW auch mal im Stau. Des macht doch nichts“

SO FUCKING TRUE! Aber das ist die Mentalität da unten und deswegen macht das Fahren da unten einfach unglaublich viel Spaß. Könnten so entspannt nicht alle sein?

Übrigens der nächste Punkt der mir aufgefallen: Viele verwechseln die Akzeptanz der Dinge, die man nicht ändern kann und der Kleinigkeiten bei denen es sich nicht lohnt aufzuregen mit „militanter Gleichgültigkeit“

Der Unterschied ist: Akzeptanz zeigt sich daran, dass man schulterzuckend (in meinem Fall) freundlich den Fahrgästen weiterhilft so weit wie möglich. Aber nicht das es einem Gleichgültig ist. Sondern das man sich dadurch nicht mehr beeinflussen lässt als möglich. Oder das man sich nicht wegen jeder Toilette die im Zug kaputt ist aufregt. Das sind so Sachen der Kategorie „Kann vorkommen, wird weitergemeldet und ist damit gut“. Die Oben angeführte „militante Gleichgültigkeit“ zeigt sich dann so.
„DES IS MIR JETZT SCHEI?EGAL DASS DAS VERDAMMTE KLO KAPUTT IST. KANN ICH JA AUCH NICHTS DRAN ÄNDERN. DES IS MIR VERFICKTNOCHMAL EGAL“

Daran merkt man aber ganz eindeutig, dass es dieser Person nicht egal ist. Ich mein da regt die Person sich doch darüber auf wie Hund unter dem Deckmantel, dass es ihr egal ist. Die Zugtoilette is übrigens nur ein Beispiel weil eine defekte Toilette im Zug NICHTS ausmacht. Die Toilette steht hier für eine Kleinigkeit, über die sich viele aufregen.
Auch ein schönes Beispiel: Mein Zugchef von gestern und ich standen in Erfurt. Ein paar Züge hatten wohl Verspätung, unserer nicht. Die durchschnittliche Bahnhofsszene ist halt lauter, brauchen wir eigentlich nicht weiter drüber reden. Er ist am Bahnsteig trotzdem am telefonieren (Was mMn eh 5 Minuten vor Einfahrt das Zuges ein NoGo ist, hab ich aber nicht weiter kommentiert, er ist ja schon so lang bei der Bahn). Die Ansage redet sich logischerweiße den Mund fusselig. Der Zug später, der später, der später. Mein Zugchef ins Telefon „Die scheiß Ansage macht hier unnötigerweise eine verfickte Dauerbeschallung. Ich bin hier am verfickt lauten Bahnhof, verstehe dich kaum noch.“ Auflegen? Neeee. Kommt die Durchsage „Ich berichtige: ICE 1685 verkehrt nun doch pünktlich. Ich wiederhole, ICE 1685 verkehrt pünktlich“ Ich fand das super von der Ansage das sie das nicht todschweigt. Mein Chef „EINMAL MIT PROFIS. JETZT WERDEN HIER SCHON DIE VERFICKT PÜNKTLICHEN ZÜGE ANGESAGT. SEIT WANN DAS DENN? STELLEN WIR NURNOCH IDIOTEN EIN?“ Ich habs darauf versucht im zu erklären. Er nur „DAS IST MIR DOCH SCHNUPPE WURSCHT EGAL WIESO DIE DAS SAGT. MAN SAGT KEINE FUCKING ZÜGE AN. NURNOCH VOLLIDIOTEN HIER“ Damit war das Thema für mich eh durch. Wenn er meint. Aber das sind diese Kleinigkeiten die ich meine. Weil: An der Durchsage kann man null ändern. Warum darüber aufregen? Einfach annehmen. Man muss ja auch nicht am Bahnsteig telefonieren, wenn weiß das es da lauter ist…. Sowas gäbe es von der Mentalität her in anderen Ländern auch nicht… Aber sowas stellt einen natürlich permanent unter Strom….

Irgendwas wollte ich jetzt ansprechen, allerdings habe ich voll vergessen was es war…. Egal, schreibt mir doch mal in die Kommentare wie ihr das seht oder ob ich hier einfach nur Bockmist schreibe 😀

Mal wieder ein Update

Hallo zusammen,

Ich hatte mich ja schon lange nicnhtmehr gemeldet und das wollte ich jetzt mal hier nachholen. Ich weiß zwar immer noch nicht, ob hier effektiv jemand mitliest, aber zumindest klickt hier doch der ein oder andere mal drauf. Und irgendwie liegt mir der Blog hier überraschenderweiße echt am Herzen seitdem ich mit dem Tablet unterwegs per Mail bloggen kann. Also was ist in der Zwischenzeit passiert?

Eigentlich nicht sonderlich viel, deswegen habe ich wohl auch zwischenzeitig nicht zum Tablet gegriffen, obwohl ich zumindest in der Übernachtung echt viel Zeit hatte. Eigentlich sind nur drei wirkliche Änderungen passiert. Aber hey, wenigstens habe ich mich jetzt wirklich in meiner Wohnung eingelebt. Es fehlt zwar immernoch einiges (Ich möchte endlich ein Radio in der Küche und diversen anderen Kleinkram) aber langsam wirds überschaubar was noch fehlt.

So jetzt aber zu den 3 Änderungen:

1. Ich bin endlich wieder im FitnessStudio und nachdem ich jetzt das vierte mal trainieren war, hat sich langsam aber sicher eine Grundroutine eingearbeitet. Aber hey, wenn man knapp ein bist zwei Jahre nichts macht, baut man schon ganz schön ab. Also meine Schultermuskulatur ist ja quasi nicht vorhanden. Bin mal gespannt, wie das dann in einem Monat aussieht. Ich halte euch auf jedenfall auf dem Laufenden.

2. 8 Monate arbeit bei DB Fernverkehr hat teilweiße das geschafft, was vier Jahre Station&Service nicht geschafft hat. Nachdem ich jetzt vier mal 10 Minuten rumdiskutieren durfte, weil ich Kulanz zeigen wollte und das dann – wohlgemerkt aufgrund von den Kunden (konnten z.B. nicht gleich Zahlen) – nicht direkt klappt. Insofern gibts bei mir jetzt nur noch Kulanz im vorgeschriebenen Rahmen. Also schön Fahrpreisnacherhebungen schreiben und Vollpreistickets. Trotzdem kann mir keiner meine Freundlichkeit frühs um 5:00 nehmen 😀 Aber wie gesagt, ansonsten gibts bei mir jetzt arbeiten nach Regelwerk.

3. Eine Sache bei mir ändert sich aber wohl nie und ich glaube das habe ich schon einmal erwähnt, aber leider Gottes werde ich nach einem Treffen mit Freunden, die quasi nur einmal im Jahr – wenn überhaupt – stattfinden mich danach mindestens 15h in ein Stimmungstief versetzt. Naja, muss man wohl damit leben.

Tschüss 2015 und Hallo 2016

Hallo zusammen,

Ich wollte ja eigentlich meine Tradition fortsetzen und pünktlich zum Jahreswechsel ein Jahresrückblick veröffentlichen. Tja, wie gut das geglückt ist seht ihr ja gerade… Ich habe dann überlegt, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, habe mich aber – nach langem hin und her – dann doch dazu entschlossen etwas zu schreiben.

Die elementaren Gründe für die Entscheidung waren wohl Folgende:

1. 2015 war für mich wohl eine unfassbar geile Achterbahn der Gefühle. Ernsthaft. Der der das Drehbuch geschrieben hat hätte das nie verfilmt bekommen. Total unglaubwürdig

2. Es ist eigentlich eine schöne Möglichkeit mich nochmal mit dem Vergangenen auseinander zu setzen ohne in Gefahr zu laufen, in irgendwelche emotionalen Löcher zu Fallen.

3. Ja, es waren die ganzen Mimimimi Posts auf Facebook die 2016 zu ner Totgeburt gemacht haben. Und mit dem Thema möchte ich anfangen.

So, /Rage Mode on
Leute, geht’s euch noch gut ein 10h altes neugeborenes Jahr zum Tode zu verurteilen? Alter glaubt mir, ein bisschen kenne ich mich mit schweren Lebensphasen aus. Und ja, ich weiß verdammt gut wie es ist, wenn man nur noch einen Ausweg sieht. Leute, auch wenn es euch schwer fällt, erklärt doch nicht gleich das ganze Jahr für Tod. Ihr müsst mit dem scheiß Ding noch ein ganzes Jahr leben. :p
Ihr reisst ja auch am Wandkalender nur Tag für Tag die Blätter ab. Und geht nicht gleich am ersten Tag 2500h auf Arbeit und das restliche Jahr nicht mehr. Dan erklärt die Tage doch auch einzeln für Scheiße und nicht gleich alle zusammen. Vielleicht sind ja auch Überraschungen drunter? Wäre doch schade, wenn ihr das verpasst, nur weil das Jahr anscheinend ja eh Scheiße ist. Ich weiß, es klingt doof, aber ihr seid euer eigenes Glückes Schmied

/Rage Mode off

Und der Preis für die beste Einleitung geht dann wohl an mich. Kommen wir dann mal zum eigentlichen Rückblick

Januar 2015. Das Jahr hat grade angefangen und wo stand ich? Nervliches Wrack, da man ja aus Impuls und Ungerechtigkeit Übernahme Angebote von DB Station&Service ausgeschlagen hatte (Im Rückblick Danke Lara, das ich emotional so stark an dich gekettet war. Wegen dir bin ich jetzt hier, ausgeglichen und happy). Ausserdem hat der Einstellungstest beim Fernverkehr zum Lokführer nicht hingehauen. Also hatte man zu dem Zeitpunkt 3 Jahre Ausbildung gemacht um nachher arbeitslos zu sein. Keine Ahnung wie oft ich in ner Ecke Tränen vergoßen habe weils einfach gar nicht mehr ging.

Alternativen mussten her. Mitte Januar gabs dann das Praktikum beim Fernverkehr im Zugbegleitdienst. Die Entscheidung Stand nach ein paar Tagen eigentlich schon fest: Ab geht’s zum Zugbegleitdienst. Das ist doch was geniales.
Also am letzen Tag die Bewerbung beim Personaler abgegeben und 10 Tage später dann die Zusage für den 1.3.15 super geile Sache.

Also dann am 3.2. Hochengagiert eine erstklassige mündliche Prüfung abgelegt. Da der Beruf ganz klar extreme Arbeitszeiten hat, habe ich in der Zeit auch einen Führerschein begonnen. Begonnen ist das richtige Wort. Draus geworden ist bis heute nichts. Bin für Autos wohl einfach nicht gemacht.

Am 15.2. ging es dann etwas früher mit der Umschulung los als geplant. Was daran lag, das bei meiner Gruppe zu viele absprangen. War aber nicht weiter tragisch. Meine Ausbildungsgruppe bei Station&Service war ja schon echt super. Aber diese mit diesen Trainern war ja mal der totale Hammer. Echt Leute, es waren glaube ich mit die emotionalsten, härtesten und schönsten 3 Monate meines Lebens. Ihr seid ein total geiler Haufen gewesen. Schade das man nicht öfter zusammen fährt, ich vermisse euch 🙂

Was eigentlich auch schon die Monate März, April und Mai gut umfasst.

Naja, zu Mai sollte man noch sagen, dass das auch die Zeit war, wo man seine ersten selbstständigen Fahrten hatte. Man war das ein geiles Gefühl wieder in Uniform zu sein. Aber ich war aufgeregt wie Oskar.
Dank den Einweisungs und Prüfungsfahrten mit der Trainerin wurde mir wenigstens die panische Angst vor InterCitys genommen. Danke dafür. Mittlerweile machen die echt Spaß.

Und ab da ging alles ganz schnell bis ca. September/Oktober. Ohne Witz, durch die Dienstpläne mit den 40-50h Wochen gehen die Monate ultraschnell ins Land. Allerdings war das eine Zeit, die ich nicht missen will. Ganz ehrlich und echt. Ich wills nicht. Es war stellenweise super stressig. Es gab Schichten da wollte ich nicht mehr. Und dann gabs wieder die Schichten wie heute wo ich halt einfach mehr am Lachen bin als alles andere. Natürlich werden die Aufgaben im und am Zug trotzdem übernommen, aber mit super viel Spaß an und auf der Arbeit. Und ganz ehrlich: Das macht jeden Stress wieder wett.

Achso, ein KLEINES Thema hatte ich fast vergessen dieses Jahr: Flüchtlinge. Dazu hatte ich mich ja schon mal geäußert. Ganz ehrlich: Ich möchte es nicht mehr. Langsam ist man einfach nur übersättigt. Naja, komplett Jahresübergreifend vielleicht nochmal ein kleines Feedback zu der ganzen Flüchtlingsgeschichte. Auch hier vielleicht wieder etwas im Ragemode und etwas weniger ruhig wie ich das sonst so gerne schreibe. Aber auch das zeichnet meine Jahresrückblicke aus. Also *räusper*: Leute gehts euch bitte noch ganz gut, anderen Menschen die Hilfe zu untersagen? Anderen Menschen die – nur weil sie eben wo anders geboren wurden – weniger Glück hatten als wir hier und nicht auf der Eckbank in der Küche mit Laptop aufm Schoß sitzen können und ihr Jahr im Internet festhalten können.
Durch den Umstand, das ich mit meiner Arbeit öfters mal – zu meiner Schande muss ich gestehen – ungewollt mit Flüchtlingen zu tun habe und hatte kann ich sagen, das die meisten alle ganz normale Menschen sind und im Vergleich zu vielen Deutschen einfach nur super nett und super angenehme Zeitgenossen.
Also ganz ehrlich…. Anstelle das sich Deutschland jetzt in „Besorgte Bürger“ und „Gutmenschen“ (Was sind das bitte für Begriffe? Seit wann sind die Adjektive besorgt und gut so negativ behaftet?) aufzuspalten und euch gegenseitig zu bekriegen – ich sag nur Hamburg oder Bremen. Wo ich in Frankfurt am Bahnsteig angesprochen wurde ob es momentan sicher sei nach Hamburg zu fahren – solltet ihr euch lieber den Atem aufsparen und helfen. Wo ist denn bitte die Menschlichkeit geblieben? Die Nächstenliebe? Das sind leider Eigenschaften die ich in dieser Gesellschaft ernsthaft vermisse… Und das meine Lieben berdrückt mich mehr als jeder Flüchtlingszustrom und jeder Klimawandel. Denn wenn die humanitären Grundlagen schon so fehlen, dann können wir in dieser Form leider nur gegen die Wand fahren… Da brauchen wir keine Flüchtlinge für, wir machen uns schon selbst kaputt… Die ganzen Suizide ( 2 (!) Versuche jeden Tag allein im Schienennetz), die vielen Fälle von schweren Depressionen, SVV und anderen psychischen Krankheiten sprechen hier ja auch für sich. Ich denke, viele davon könnte man verhindern in dem wir alle einfach mal wieder ein bisschen weniger wie Maschinen und mehr wie Menschen werden. Ich mein, ich finde es schön, dass ich – lustigerweiße ebenfalls in Frankfurt am Main – gesagt bekomme das es schön war das ich jeden Reisenden angelächelt habe und ihm ein schönes neues Jahr gewünscht habe. Ist so etwas nicht menschlich und eigentlich selbstverständlich? Ich bin wirklich gespannt wo das noch hinführt… Wahrscheinlich treffen wir bald auf außerirdisches Leben das menschlicher ist als wir.
Und an die Nörgler die sagen „MERKEL RAUS“. Leute, ernsthaft, ihr findet das in Zeiten der Krise es das Beste wäre, wenn ein stabiles und gut funktionierendes System zu zerschlagen und ein Regierungswechsel das beste wäre? Ach c’mon, sowas kann ich nicht ernstnehmen. Das zeigt mir eigentlich nur, das hier kein Verständnis von Politik vorliegt. Und übrigens, ja, Merkel hat viel nicht korrekt gemacht. Aber Merkel hat menschliche Werte bewiesen und ist mir dadurch ganz schön sympathisch geworden.
Soviel zu diesem Thema. Cheers!

Aber Halt, wir sind ja erst bei Oktober. Da gibts ja doch noch so roundabout 3 Monate. Was war da denn los?
Ich hatte weiter oben ja schon den Führerschein wegen unmöglichen Dienstzeiten erwähnt. Den Führerschein habe ich ja deswegen begonnen weil der Wohnungsmarkt in München halt einfach verfahren ist. Wer hier von Anfang an mitgelesen hat, der weiß ja eigentlich schon wie es ausging. Fürs Autofahren bin ich immer noch zu blöde, aber immerhin die Wohnung hat seit Mitte Oktober geklappt. Auch wenn ich ja erst etwas später eingezogen bin und es sich noch immer nicht 100% fertig anfühlt. Gibt noch einiges zu tun. Allerdings ist hier das liebe Geld der limitierende Faktor. Und das kommt halt nur einmal im Monat. Ihr kennt das :p

Aber die erste Woche war schon nicht leicht, also aus emotionaler Sicht. Ich mein, ich wollte ja schon früher mal ausziehen und Oh mein Gott wäre ich überfordert gewesen. Zum Glück ist das nicht geworden. Der Zeitpunkt jetzt war glaube ich genau richtig. Vielleicht ein bisschen plötzlich dann doch alles, aber ich war emotional so weit. Meine Mutter konnte sich – wohl weniger erfolgreich wenn man bedenkt wie oft sie jetzt hier ist 😀 – emotional damit abfinden. Eigentlich ist alles gut gelaufen. Wären da nicht doch die tiefsitzenden Selbstzweifel und dieses abgrundtief sitzende Gefühl von… Leere? Einsamkeit? Ich kann das gar nicht so beschreiben. Fakt ist das ich grade in meinem Urlaub sehr stark darauf achten musste, dass ich davon nicht vollständig übermannt werde. Was den Urlaub nicht so wirklich erholsam machte. Was es ehrlich leichter gemacht hatte, war die TWLOHA Postkarten und das Poster wieder aufzuhängen. Hätte ich nicht gedacht, aber das bringt eine ganze Menge.

Aber wieder zu etwas Erfreulichem: Nach knapp 5-6 Jahren habe ich Ende Oktober endlich das mit dem Rauchen sein gelassen. Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich null Verlangen danach verspüre wieder damit anzufangen, aber ich möchte das neue Jahr nicht mit einer Lüge beginnen. Rauchen an sich würde ich schon gerne wieder. Aber ohne Nikotin. Geht nur leider schwer, also lassen wir eben alles bleiben.

Ja, jetzt bin ich auch wieder irgendwo bei 1500+ Wörten gelandet. Ich denke das reicht jetzt auch erstmal für ein Jahresrückblick. Also sage ich erstmal tschüss und bis zum nächsten Mal 🙂

Gedanken am Freitag dem 13.

Anmerkung der Redaktion:
Dieser Post wurde verfasst und veröffentlicht bevor ich von den Anschlägen in Paris und den vereiteltem Anschlag in Großbritannien. Versteht mich nicht falsch, Paris stellt an diesem Tag wohl alle Geschehnisse in Europa in den Schatten, allerdings sollte man auch die kleinen Geschehnisse durchaus berücksichtigen.

Wie dem auch sei, ich werde an dieser Stelle nicht mehr über mögliche Gründe und Hintergründe philosophieren.

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Hallo zusammen,

also erstmal: Ich glaube ich habe den kulantesten Arbeitgeber ever. Natürlich ist heute – typisch für Freitag den 13. – alles chaotisch gestartet. Long terms short:
5:36 morgens Dienstbeginn. Eigentlich war geplant die 5:07 Sbahn zu nehmen um dann um 5:37 auf Arbeit zu erscheinen. Ist zwar nicht pünktlich, aber die Sbahn ist die früheste Möglichkeit.
Soviel zur Theorie. Die Praxis meinte folgendes: 4:40 habe ich gemerkt das mein Schlüssel anscheinend nicht in der Tasche ist. Also ganze Wohnung abgesucht. Nirgends gefunden. Naja, nachdem ich vor meiner Ma heimgekomme habe ich mir ihren Schlüssel geschnappt und ab. 5:07 dann in der Sbahn gewesen. Dort dann in der Tasche doch noch meinen Schlüssel gefunden. Also daheim angerufen und gefragt was Sache ist. Durch das Telefonat habe ich gemerkt, dass ich wohl ausversehen meine Ma in der Wohnung eingeschlossen habe. Also an der nächsten Haltestelle aus der Sbahn und Retour auf den Bahnsteig zurück Richtung Wohnung.
Parallel dazu meinen Disponenten angerufen und die Situation geschildert. Dieser meinte ich solle zuerst meine Ma befreien und mir kein Kopf machen. Sobald ich dann fertig bin sollte ich auf Arbeit erscheinen, dann kann man alles weitere klären.
Nachdem ich aufgelegt hatte, hab ich dann einen Anruf von meiner Ma bekommen, die den Drittschlüssel gefunden hat. Also doch nicht Retour zur Wohnung fahren, sondern wieder mit Gepäck und allem in die Unterführung und auf den anderen Bahnsteig rüber. Als dann die Sbahn kam wieder meinen Disponenten angerufen, dass ich dann meine Schicht nicht am Hauptbahnhof beginnen kann, sondern am Münchner Ostbahnhof auf meinen Zug steigen könnte. Problem: Eigentlich war von München bis Freilassing eine Fahrgastrolle für mich vorgesehen für die ich eine Fahrkarte benötige. Allerdings – und hier spielt Glück im Unglück mit rein – war der Zug, mit dem ich nach Freilassing fahre, der Zug, mit dem mein Disponent nach Hause fahren wollte. Also hat er mir alle Unterlagen mitnehmen können, mich pünktlich um 5:36 zum Dienstbeginn eingetragen und ich hab abgehetzt um 6:00 mein Dienst am Ostbahnhof begonnen 😀 Sags ja, kulantester Betrieb ever.

Bezüglich der Wohnung und des Umzuges (denn darum sollte es in diesem Blog mal ursprünglich gehen) gibt es in sofern eine Neuerung da ich jetzt für insgesamt knapp 300 Euro Lampen, für 1200 Euro ein Bett, für 2500 Euro sonstige Möbel, für 500 Euro eine Waschmaschine und Mikrowelle sowie für knapp 600 Euro einen Umzugsspediteur samt Lampenmontage gefunden habe. Also insgesamt knapp 3500 Euro Erstaustattung. Was ganz okay ist wie ich finde. Ein paar Kleinigkeiten brauche ich noch. Eine Gaderobe für den Flur wäre z.B. noch ganz cool. Außerdem so Sachen wie Mülleimer, Küchenaustattung (Meßbecher, Rührgeräte, Besteck, Teller, Tassen usw) aber ich denke mal, das ich das so nebenher gewuppt bekomme. Der Umzug findet übrigens am 17.11. statt. ICh freu mir.

Bezüglich der Lets Plays:
Da ich blöderweiße meinen PC schon verpackt habe, geht Anno wohl frühestens am 18.11. weiter. Fallout 4 ist nicht vergessen und startet dann so früh wie möglich und entweder im Wechsel mit Anno oder aber Anno um 10 Uhr morgens und Fallout abends oder so. Weiß noch nicht genau wie sich das Zeitlich ausgeht. Aber kommt alles garantiert zuverlässig nachdem sich das dann eingependelt hat !

Wo kann ich im Vorfeld sehen, wie mein Zug gereiht ist?

Die Frage hat sich doch sicherlich jeder von euch schonmal gestellt. Selbst ich, der in der Verkehrsbranche arbeitet, dachte mir schon öfters: „Mensch, wäre das jetzt klasse nicht noch kurz vor knapp auf den Wagenreihungsplan am Bahnsteig schauen zu müssen um wieder den ganzen Bahnsteig zu meinem Wagen laufen zu müssen“

Aber vor kurzem hat mir ein Kollege eine echt gute Seite gezeigt, auf der man immerhin schonmal sehen kann ob die erste Klasse vorne oder hinten ist. Wenn man jetzt bedenkt das ICE 1 Züge sowie zweiteilige ICE 2, 3 und T Züge am gesamten Bahnsteig halten und pro Abschnitt ca 2 Wagen Platz finden, dann kann man sich mit folgender Seite wirklich gut im Vorfeld den Stellplatz seines Wagens ermitteln.
Aber  lange genug um den heißen Brei geschwatzt hier ist der Link zur Seite.

Ich habe die Seite geöffnet, aber wie finde ich jetzt meinen Zug?

Nehmen wir mal an sie möchten mit dem ICE 209 von München nach Rosenheim fahren.  Außerdem reisen sie an einem Montag.
Sie klicken also 200-299 (die Zahlen beschreiben die Zugnummern).
Dann sehen sie, dass der Zug Montag bis Donnerstag einteilig verkehrt. Außerdem können sie der Grafik entnehmen, dass die erste Klasse an der Spitze des Zuges ist. Wenden wir nun die Faustformel von oben an, dann wissen wir das wagen 28 in Abschnitt D steht. Dies wäre in München gerade so außerhalb der Halle. Haben sie in Wagen 27 reserviert, dann wissen Sie das sich der Wagen planmäßig in Abschnitt C befindet. Wenn sie in Wagen 23 reserviert haben dann wäre dies ca mittig von Abschnitt B.

Dazu sollte noch gesagt werden, dass die Website durchweg nicht von der Bahn selbst ist sondern nur von einer Privatperson. Allerdings zeigen meine persönlichen Erfahrungen, dass auf die Website zu 99% verlass ist.

Ich hoffe, dass ich euch hiermit die Bahnfahrten erleichtert zu haben 🙂