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Auf dem Dach der Welt

Oder zumindestens der höchste Punkt Deutschlands. Was ich hier glaube ich noch nicht erwähnt habe: Ich bin kein Freund von Höhen. Trotzdem ist das erste was ich in einer neuen Stadt mache: Den höchsten mir erreichbaren Punkt suchen, erklimmen und sich erstmal einen Eindruck von der Lage machen. D.H. interessante Orte ausfindig machen, schauen welche Sehenswürdigkeiten lohnenswert aussehen und welche Parks/Plätze es „Wert“ zu sein scheinen angeschaut zu werden. Meistens mache ich das in Videospielen lustigerweiße ganz genauso: Erst Lage peilen und dann erst drauf los.

Dieses Vorgehen sorgt auch dafür, das ich mittlerweile bis zu 300/400 Meter hohe „Hügel“ oder Hochhäuser ohne Probleme wegstecke. Trotz alledem habe ich, seit ich vor knapp 3 Jahren in Garmisch-Partenkirchen (an der Deutsch-Österreichischen Grenze) war, den Wunsch einmal auf der Zugspitze oben zu sein und ein Foto mit dem Gipfelkreuz gemacht zu haben. Klar, Höhenangst verträgt sich sicher super mit 2950 Metern. Logische Herzenswünsche haben kann ich jedenfalls 😀

Gondelstation Eibsee mit Blick auf die Zugspitze
Gondelstation Eibsee mit Blick auf die Zugspitze

Wer das Bild herzoomt sieht übrigens ganz oben 2-3 Kräne, das ist der Gipfel der Zugspitze und gleichzeitig die Bergstation. Von da unten sieht das Ganze eigentlich noch relativ harmlos aus. Was dann folgte waren die… mit Abstand krassesten 7 Minuten meines Lebens. So ab dem ersten Masten hat man dann langsam realisiert in welchen Höhe man da mehr oder weniger frei hochschwebt und vor allem in was für einer kleinen Sardinendose.

Gondel von der Talstation zur Zugspitze
Gondel von der Talstation zur Zugspitze
Blick Bergstation zu Talstation
Blick Bergstation zu Talstation

Sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus hat sich allerdings extrem krass angefühlt 😉

Der Blick oder besser gesagt die Atmosphäre war es allerdings sowas von Wert. Nebenbei hat die „Rundfahrtkarte“ auch einfach mal eben 61 Euro mit An- und Abfahrt von München aus mit DB Regio.
Allerdings konnte ich die Aussicht die ersten knapp 40 Minuten nicht genießen konnte einfach weil die Höhe doch ne Nummer zu extrem war. Aber wie ich unten schon gesagt habe und von den Hochhäusern her wusste: Ich gewöhne mich daran und hab dann doch noch meinen Spaß. Nur hat das bei Hochhäusern auf knapp 190 Metern Höhe nur 5 Minuten gedauert, aber ich denke einfach mal das liegt in der Natur der Sache das man in der 10x Höhe auch die 10x Zeit braucht um sich daran zu gewöhnen (Warum 10x? Nuja, von 1300 Meter über Meer auf 2900 Meter über Meer sind knapp 1600 Meter)

Nach den 40 Minuten mehr oder weniger durchgehend 3-4 Meter Abstand vom Rand halten und wenns nicht anders geht an der Begleitung festhalten hat man es dann langsam aber sicher auch mal gewagt an die Geländer zu treten und den Blick in die Ferne – aber nie nach unten – schweifen zu lassen. Und was man da gesehen hat war unglaublich majestätisch.

Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Blick von der Aussichtsplattform richtung Inntal und Italien
Blick von der Aussichtsplattform richtung Inntal und Italien
Blick von der Aussichtsplatform in Richtung Alpen/Österreich
Blick von der Aussichtsplatform in Richtung Alpen/Österreich
Blick von der Gipfelaussichtsplattform in Richtung Reute in Tirol und (hinter der Bergkette) Deutschland
Blick von der Gipfelaussichtsplattform in Richtung Reute in Tirol und (hinter der Bergkette) Deutschland

Das sind die erhabenen Momente im Leben wo man in ungefähr der Riehenfolge denkt: „Die Menschen haben doch ne Meise“ „Beachtlich was die Menschheit 1960 schon in der Lage war eine Seilbahn auf diese Höhe zu bauen.“ „Eigentlich ist unsere Existenz doch absolut klein und bedeutungslos. Noch lange nachdem alles von Menschen geschaffene verfallen ist, werden diese majestätischen Berge bestehen und wie Riesen über das Flachland wachen“

Hätte man mir übrigens vor 7 Jahren gesagt, das ich mal oberhalb der Vegetationsgrenze komme, dann hätte ich den jemand ausgelacht und gesagt „Hey, ich komm nicht mal auf 4 Meter. Wie soll ich dann auf 2600+ kommen?“ Tja, dass ich immernoch dieses mulmige Gefühl nachts habe mit der Gondel zu fallen/von der Aussichtsplattform runter das musste ja wohl sein. So eine leichte PTBS ist ja immer mal ganz fein 😉 (Bitte den Satz nicht ernst nehmen. mit PTBS ist nicht zu spaßen, ist mir vollkommen klar. Ich finde nur kein besseres Wort dafür).

Übrigens: Vegetation gibts da oben nicht. Dafür total geniale Vögel:

"NOM NOM NOM Lecker Brot" "Ey, was glotzt denn so, gibts da was umsonst" So oder so ähnlich könnte die Unterhaltung zwischen den Vögeln abgelaufen sein
„NOM NOM NOM Lecker Brot“ „Ey, was glotzt denn so, gibts da was umsonst“ So oder so ähnlich könnte die Unterhaltung zwischen den Vögeln abgelaufen sein

Vogel auf Zugspitze

Vogel auf zugspitze

Leider, oder zum Glück, sind gegen Mittag dann Wolken aufgezogen was eine total geniale Stimmung erzeugt hat da sich die Wolken dann um die Bergketten herum geschleust haben.

Zugspitzgletscher mit Wolekn
Zugspitzgletscher mit Wolekn
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze

Achso: Mein Foto vom Gipfelkreuz habe ich natürlich auch bekommen:

Die Gipfelsonne sollte man übrigens nicht unterschätzen
Die Gipfelsonne sollte man übrigens nicht unterschätzen

Die Rückfahrt ging dann einmal auf „gewohntem“ Wege (Nämlich der Schiene) durch einen knapp 4km langen Tunnel nach unten zum Eibsee.

Oberes Tunnelportal der Zahnradbahn
Oberes Tunnelportal der Zahnradbahn
Die Zahnradbahn fährt in den Gipfelbahnhof ein
Die Zahnradbahn fährt in den Gipfelbahnhof ein

Wenn ihr noch mehr Fotos sehen wollt schreibt es einfach in die Kommentare oder lasst mir eine Mail da 😉

Gamescom ’16 und Dies&Das

Hallo zusammen,

klasse, regelmäßig wollte ich schreiben, knapp 2 Monate ist es nun her. Klappt ja gut mit dem Regelmäßig schreiben. Auf der anderen Seite trifft sich das auch ganz gut da mir der Juli irgendwie komplett in der Erinnerung fehlt. Zack Zack, Juni rum und August da. Vor allem die GamesCom da. Eigentlich hatte ich mich richtig drauf gefreut, da ich das letzte Mal auf der letzten Games Convention in Leipzig war. Damals übrigens saugeil, man konnte mit den Entwicklern quatschen bisschen Spiele ausprobieren und hat an den Ständen noch Sach und Fachkundige Antworten bekommen. Dazu jedoch später mehr.
So, GamesCom in Köln (Einer meiner Lieblingsstädte in Deutschland. Der Dom, Der Rhein, einfach super 😀 ) allerdings war ich in Düsseldorf untergebracht (Kölner und Düsseldorfer bitte jetzt folgenden Absatz NICHT LESEN. ALSO WIRKLICH NICHT).
Am Mittwoch vor der GamesCom dann also in Düsseldorf im Ibis eingecheckt und wie immer das übliche konfortable Zimmer vorgefunden. Wer mal ein einigermaßen Preiswertes Hotelzimmer sucht dem kann ich das Ibis sowieso nur empfehlen. Jedenfalls schluss mit der Schleichwerbung und hin zu dem eigentlichen Thema: Düsseldorf hat nämlich echt schöne Flecken. Oder der Rhein macht einfach alles besser, wie dem auch sei ich war echt SUPER überrascht wie schön Düsseldorf eigentlich ist. Und hey, in 20 Minuten ist man in Köln und hat direkt am HBF noch kurz vor der Messe ein Hotelzimmer für 60 Euro die Nacht inklusive Frühstück :p Sorry für den Sidekick, aber der musste sein.

Also los ging es dann am nächsten Tag mit der Gamescom. Übrigens 1h früher als alle anderen (gegen 20-30 Euro Aufpreis). So fühlt sich also die Presse und die Fachbesucher 😀

Hello from the other side
Hello from the other side

Joa, mein erster Eindruck: Angenehm weitläufig aber irgendwie verdammt wenig Aussteller. In der einen Halle EA, die nächste ist größtenteils Ubisoft, eine Andere teilen sich Blizzard und Sony. Irgendwie recht überschaubar. Aber naja, das heißt ja nichts. Jedenfalls ganz entspannt mal für Final Fantasy XV angestellt und nach nur 1:30h auch zum 30 Minuten zocken gekommen. Umgehauen hat mich das leider nicht. Schlecht wars aber auch nicht. Insofern wird das glaube ich auch gekauft wenn mal ein Gaming Loch entsteht. Was mich übrigens total gefasht hat war das PS4VR (Playstation VR) von Sony. Wie ich finde ein super geiles Teil das aufjeden gekauft wird. Ich hab mich selten so IN einem Spiel gefühlt wie da. Total krass 😀 Ich freu mich was die Zukunft noch bringt. Habe aber auch ganz klar Angst davor. Denn je besser die VR wird, desto eher verliere ich mich natürlich darin. Und wenn das VR Zeug dann massentauglich ist, dann verschwiende ich wohl komplett von der Realität. Ich freue mich ja schon auf das erste MMO-VR-RPG. Mal schauen wo das ganze noch hinführt. Ist auf jeden schon sehr geil.

Allgemein zur Messe kann ich aber sagen: Die Entertainment Area ist genau das, was im Name steckt. Nur zur Unterhaltung. Nicht aber das, was für mich die Games Convention damals war und auch nicht das was eine Messe für mich ist. Schade eigentlich. Vielleicht war ich alles in allem deswegen ja von der Messe entäuscht obwohl sie viele echt geil fanden.
Das was für mich eine Messe ausmacht ist allerdings nur im Fachbesucherbereich abgelaufen: Meet&Greet mit Entwicklern, neue Titel und interessante Gimmicks auch mal entspannt antesten und mit aktzeptablen Wartezeiten ( Nein, Fucking 4+h ist NICHT Aktzeptabel). Aber ich musss sagen, South Park mit der Nosulus Rift war echt super eklig aber super geil 😀 Nichts was man jeden Tag machen will aber aufjedenfall ein super Messeerlebnis. Gab es leider nur im Fachbesucherbereich. Und normalerweiße kommt man da ja nicht rein. Danke hier an die Security die stellenweiße ein paar Augen zugedrückt hat 😀 Den Entertainment bereich fand ich irgendwie… Allein ziemlich lahm? Muss ich sagen… Sorry GamesCom. Irgendwie solltet ihr euch ja nichtmehr als Messe sondern als „Gaming Social Event“ umbenennen? Das hätte mir dann vielleicht eine Enttäuschung erspart. In einer Gruppe oder aber zu zweit (Samstag und Sonntag) hat das ganze echt ne Menge Spaß gemacht. Auch wenn man da nicht sonderlich viel von der Messe an sich gesehen hat. Aber wie gesagt: Leute mal wieder (oder auch das erste Mal) zu treffen war super geil. Hätte aber auch ohne die GamesCom funtioniert. Also alles in allem: Mit Kumpels wohl ne super Sache, nur leider hat das ganze im Entertainment Area recht wenig mit Messe zu tun (Kaum Entwickler da oder Mitarbeiter mit Fachkenntnis. Schade).

Tja, neben meinen Füßen hat meine geistige Gesundheit leider auch gelitten. Oder ich habe etwas neues über mich gelernt… Tja, lief auch in letzter Zeit viel zu stabil mit meiner Psyche, also warum auch nicht mal wieder ein Durchhänger. Ich mein, das ist doch immer so oder? Wenn es zu lange gut läuft muss man regelmäßig einen Dämpfer bekommen. In meinem Fall: Knapp 2-3 Tage komplette emotionale Leere… Was aufgefallen ist (oder was ich glaube das mir dadurch und auch während der GamesCom schon aufgefallen ist) ich habe selbst absolut kein (Oder ein sehr verkümmertes) Gefühlsleben. Eigentlich bin ich – gerade bei positiven Gefühlen – nur in der Lage Gefühle von anderen zu spiegeln. Klingt krank? Jaaa, irgendwie liest es sich deutlich abartiger als es in meinem Kopf noch klang. Aber das erklärt einiges. Weshalb ich z.B. Menschen mit negativer Einstellung ganz krass meide. Beziehungsweiße warum ich immer im Familienkreis stark am emotionalen Wanken bin. Das erklärt auch warum ich drauf aus bin das Menschen in meinem Umfeld gute Laune haben. Einfach weil ich die Laune brauche um selber gute Laune zu haben. Anscheinend trifft das aber nicht nur auf Launen zu sondern auch auf Interessen. Schon allein deshalb von ich wohl – bis auf wenige Charakterzüge und Interessen – so unglaublich wandelbar. Eine Weile lang dachte ich das sei einfach nur eine Fähigkeit. Mittlerweile glaube ich, dass da mehr ist. Aber wie dem auch sei…. Das gehört hier eigentlich nicht so öffentlich ins Netz. Nur stellt sich halt für mich die Frage: Mehr oder weniger sozialen Kontakt?

Tschüss 2015 und Hallo 2016

Hallo zusammen,

Ich wollte ja eigentlich meine Tradition fortsetzen und pünktlich zum Jahreswechsel ein Jahresrückblick veröffentlichen. Tja, wie gut das geglückt ist seht ihr ja gerade… Ich habe dann überlegt, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, habe mich aber – nach langem hin und her – dann doch dazu entschlossen etwas zu schreiben.

Die elementaren Gründe für die Entscheidung waren wohl Folgende:

1. 2015 war für mich wohl eine unfassbar geile Achterbahn der Gefühle. Ernsthaft. Der der das Drehbuch geschrieben hat hätte das nie verfilmt bekommen. Total unglaubwürdig

2. Es ist eigentlich eine schöne Möglichkeit mich nochmal mit dem Vergangenen auseinander zu setzen ohne in Gefahr zu laufen, in irgendwelche emotionalen Löcher zu Fallen.

3. Ja, es waren die ganzen Mimimimi Posts auf Facebook die 2016 zu ner Totgeburt gemacht haben. Und mit dem Thema möchte ich anfangen.

So, /Rage Mode on
Leute, geht’s euch noch gut ein 10h altes neugeborenes Jahr zum Tode zu verurteilen? Alter glaubt mir, ein bisschen kenne ich mich mit schweren Lebensphasen aus. Und ja, ich weiß verdammt gut wie es ist, wenn man nur noch einen Ausweg sieht. Leute, auch wenn es euch schwer fällt, erklärt doch nicht gleich das ganze Jahr für Tod. Ihr müsst mit dem scheiß Ding noch ein ganzes Jahr leben. :p
Ihr reisst ja auch am Wandkalender nur Tag für Tag die Blätter ab. Und geht nicht gleich am ersten Tag 2500h auf Arbeit und das restliche Jahr nicht mehr. Dan erklärt die Tage doch auch einzeln für Scheiße und nicht gleich alle zusammen. Vielleicht sind ja auch Überraschungen drunter? Wäre doch schade, wenn ihr das verpasst, nur weil das Jahr anscheinend ja eh Scheiße ist. Ich weiß, es klingt doof, aber ihr seid euer eigenes Glückes Schmied

/Rage Mode off

Und der Preis für die beste Einleitung geht dann wohl an mich. Kommen wir dann mal zum eigentlichen Rückblick

Januar 2015. Das Jahr hat grade angefangen und wo stand ich? Nervliches Wrack, da man ja aus Impuls und Ungerechtigkeit Übernahme Angebote von DB Station&Service ausgeschlagen hatte (Im Rückblick Danke Lara, das ich emotional so stark an dich gekettet war. Wegen dir bin ich jetzt hier, ausgeglichen und happy). Ausserdem hat der Einstellungstest beim Fernverkehr zum Lokführer nicht hingehauen. Also hatte man zu dem Zeitpunkt 3 Jahre Ausbildung gemacht um nachher arbeitslos zu sein. Keine Ahnung wie oft ich in ner Ecke Tränen vergoßen habe weils einfach gar nicht mehr ging.

Alternativen mussten her. Mitte Januar gabs dann das Praktikum beim Fernverkehr im Zugbegleitdienst. Die Entscheidung Stand nach ein paar Tagen eigentlich schon fest: Ab geht’s zum Zugbegleitdienst. Das ist doch was geniales.
Also am letzen Tag die Bewerbung beim Personaler abgegeben und 10 Tage später dann die Zusage für den 1.3.15 super geile Sache.

Also dann am 3.2. Hochengagiert eine erstklassige mündliche Prüfung abgelegt. Da der Beruf ganz klar extreme Arbeitszeiten hat, habe ich in der Zeit auch einen Führerschein begonnen. Begonnen ist das richtige Wort. Draus geworden ist bis heute nichts. Bin für Autos wohl einfach nicht gemacht.

Am 15.2. ging es dann etwas früher mit der Umschulung los als geplant. Was daran lag, das bei meiner Gruppe zu viele absprangen. War aber nicht weiter tragisch. Meine Ausbildungsgruppe bei Station&Service war ja schon echt super. Aber diese mit diesen Trainern war ja mal der totale Hammer. Echt Leute, es waren glaube ich mit die emotionalsten, härtesten und schönsten 3 Monate meines Lebens. Ihr seid ein total geiler Haufen gewesen. Schade das man nicht öfter zusammen fährt, ich vermisse euch 🙂

Was eigentlich auch schon die Monate März, April und Mai gut umfasst.

Naja, zu Mai sollte man noch sagen, dass das auch die Zeit war, wo man seine ersten selbstständigen Fahrten hatte. Man war das ein geiles Gefühl wieder in Uniform zu sein. Aber ich war aufgeregt wie Oskar.
Dank den Einweisungs und Prüfungsfahrten mit der Trainerin wurde mir wenigstens die panische Angst vor InterCitys genommen. Danke dafür. Mittlerweile machen die echt Spaß.

Und ab da ging alles ganz schnell bis ca. September/Oktober. Ohne Witz, durch die Dienstpläne mit den 40-50h Wochen gehen die Monate ultraschnell ins Land. Allerdings war das eine Zeit, die ich nicht missen will. Ganz ehrlich und echt. Ich wills nicht. Es war stellenweise super stressig. Es gab Schichten da wollte ich nicht mehr. Und dann gabs wieder die Schichten wie heute wo ich halt einfach mehr am Lachen bin als alles andere. Natürlich werden die Aufgaben im und am Zug trotzdem übernommen, aber mit super viel Spaß an und auf der Arbeit. Und ganz ehrlich: Das macht jeden Stress wieder wett.

Achso, ein KLEINES Thema hatte ich fast vergessen dieses Jahr: Flüchtlinge. Dazu hatte ich mich ja schon mal geäußert. Ganz ehrlich: Ich möchte es nicht mehr. Langsam ist man einfach nur übersättigt. Naja, komplett Jahresübergreifend vielleicht nochmal ein kleines Feedback zu der ganzen Flüchtlingsgeschichte. Auch hier vielleicht wieder etwas im Ragemode und etwas weniger ruhig wie ich das sonst so gerne schreibe. Aber auch das zeichnet meine Jahresrückblicke aus. Also *räusper*: Leute gehts euch bitte noch ganz gut, anderen Menschen die Hilfe zu untersagen? Anderen Menschen die – nur weil sie eben wo anders geboren wurden – weniger Glück hatten als wir hier und nicht auf der Eckbank in der Küche mit Laptop aufm Schoß sitzen können und ihr Jahr im Internet festhalten können.
Durch den Umstand, das ich mit meiner Arbeit öfters mal – zu meiner Schande muss ich gestehen – ungewollt mit Flüchtlingen zu tun habe und hatte kann ich sagen, das die meisten alle ganz normale Menschen sind und im Vergleich zu vielen Deutschen einfach nur super nett und super angenehme Zeitgenossen.
Also ganz ehrlich…. Anstelle das sich Deutschland jetzt in „Besorgte Bürger“ und „Gutmenschen“ (Was sind das bitte für Begriffe? Seit wann sind die Adjektive besorgt und gut so negativ behaftet?) aufzuspalten und euch gegenseitig zu bekriegen – ich sag nur Hamburg oder Bremen. Wo ich in Frankfurt am Bahnsteig angesprochen wurde ob es momentan sicher sei nach Hamburg zu fahren – solltet ihr euch lieber den Atem aufsparen und helfen. Wo ist denn bitte die Menschlichkeit geblieben? Die Nächstenliebe? Das sind leider Eigenschaften die ich in dieser Gesellschaft ernsthaft vermisse… Und das meine Lieben berdrückt mich mehr als jeder Flüchtlingszustrom und jeder Klimawandel. Denn wenn die humanitären Grundlagen schon so fehlen, dann können wir in dieser Form leider nur gegen die Wand fahren… Da brauchen wir keine Flüchtlinge für, wir machen uns schon selbst kaputt… Die ganzen Suizide ( 2 (!) Versuche jeden Tag allein im Schienennetz), die vielen Fälle von schweren Depressionen, SVV und anderen psychischen Krankheiten sprechen hier ja auch für sich. Ich denke, viele davon könnte man verhindern in dem wir alle einfach mal wieder ein bisschen weniger wie Maschinen und mehr wie Menschen werden. Ich mein, ich finde es schön, dass ich – lustigerweiße ebenfalls in Frankfurt am Main – gesagt bekomme das es schön war das ich jeden Reisenden angelächelt habe und ihm ein schönes neues Jahr gewünscht habe. Ist so etwas nicht menschlich und eigentlich selbstverständlich? Ich bin wirklich gespannt wo das noch hinführt… Wahrscheinlich treffen wir bald auf außerirdisches Leben das menschlicher ist als wir.
Und an die Nörgler die sagen „MERKEL RAUS“. Leute, ernsthaft, ihr findet das in Zeiten der Krise es das Beste wäre, wenn ein stabiles und gut funktionierendes System zu zerschlagen und ein Regierungswechsel das beste wäre? Ach c’mon, sowas kann ich nicht ernstnehmen. Das zeigt mir eigentlich nur, das hier kein Verständnis von Politik vorliegt. Und übrigens, ja, Merkel hat viel nicht korrekt gemacht. Aber Merkel hat menschliche Werte bewiesen und ist mir dadurch ganz schön sympathisch geworden.
Soviel zu diesem Thema. Cheers!

Aber Halt, wir sind ja erst bei Oktober. Da gibts ja doch noch so roundabout 3 Monate. Was war da denn los?
Ich hatte weiter oben ja schon den Führerschein wegen unmöglichen Dienstzeiten erwähnt. Den Führerschein habe ich ja deswegen begonnen weil der Wohnungsmarkt in München halt einfach verfahren ist. Wer hier von Anfang an mitgelesen hat, der weiß ja eigentlich schon wie es ausging. Fürs Autofahren bin ich immer noch zu blöde, aber immerhin die Wohnung hat seit Mitte Oktober geklappt. Auch wenn ich ja erst etwas später eingezogen bin und es sich noch immer nicht 100% fertig anfühlt. Gibt noch einiges zu tun. Allerdings ist hier das liebe Geld der limitierende Faktor. Und das kommt halt nur einmal im Monat. Ihr kennt das :p

Aber die erste Woche war schon nicht leicht, also aus emotionaler Sicht. Ich mein, ich wollte ja schon früher mal ausziehen und Oh mein Gott wäre ich überfordert gewesen. Zum Glück ist das nicht geworden. Der Zeitpunkt jetzt war glaube ich genau richtig. Vielleicht ein bisschen plötzlich dann doch alles, aber ich war emotional so weit. Meine Mutter konnte sich – wohl weniger erfolgreich wenn man bedenkt wie oft sie jetzt hier ist 😀 – emotional damit abfinden. Eigentlich ist alles gut gelaufen. Wären da nicht doch die tiefsitzenden Selbstzweifel und dieses abgrundtief sitzende Gefühl von… Leere? Einsamkeit? Ich kann das gar nicht so beschreiben. Fakt ist das ich grade in meinem Urlaub sehr stark darauf achten musste, dass ich davon nicht vollständig übermannt werde. Was den Urlaub nicht so wirklich erholsam machte. Was es ehrlich leichter gemacht hatte, war die TWLOHA Postkarten und das Poster wieder aufzuhängen. Hätte ich nicht gedacht, aber das bringt eine ganze Menge.

Aber wieder zu etwas Erfreulichem: Nach knapp 5-6 Jahren habe ich Ende Oktober endlich das mit dem Rauchen sein gelassen. Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich null Verlangen danach verspüre wieder damit anzufangen, aber ich möchte das neue Jahr nicht mit einer Lüge beginnen. Rauchen an sich würde ich schon gerne wieder. Aber ohne Nikotin. Geht nur leider schwer, also lassen wir eben alles bleiben.

Ja, jetzt bin ich auch wieder irgendwo bei 1500+ Wörten gelandet. Ich denke das reicht jetzt auch erstmal für ein Jahresrückblick. Also sage ich erstmal tschüss und bis zum nächsten Mal 🙂