The Secret World Beta Review

Ist es Sims Online? Ist es ein Online-Rollenspiel? ist es ein neues Silent Hill? Oder gar ein Onlineableger von Vampire the Masquarade Bloodlines? Ein neues Sherlock Holmes Detektivspiel?

Ich denke das passt alles ein Stückchen weit auf das neue Projekt von Funcom. Und doch fällt es mir schwer The Secret World in irgendeine Schublade zu stecken. Es hat von allem ein bisschen. und spätestens nach den ersten beiden Missionen kommt beinahe schon ein bisschen SIlent Hill oder Resident Evil Athmosphäre auf. Und ich liebe es! Das finde ich auch nennenswert zu erwähnen. Denn ich glaube schon das dieses Review ein bisschen Fanboy-like wird.

The Secret World ist eines der wenigen Massevly Multiplayer Online Role Playing Games mit einem Real World Setting. Das heißt es spielt zur jetzigen Zeit in Ländern hier auf unserer Erde. Das macht es aber auch sehr schwierig das ganze glaubwürdig zu gestalten. Denn anders als im Fantasygenre von Herr der Ringe Online oder gar World of Warcraft fallen hier Anomalien, die nicht ins Setting, oder ins Gesamtbild sollte ich eher sagen, passen auf.

Im fertigen Spiel sind 3 Fraktionen (oder in dem Fall eher Geheimgesellschaften) spielbar. Die Illuminaten, die Templer und die Drachen. Jede davon hat ihre eigene Ideologie und ihre eigenen Startmissionen und Gebietsmissionen. Die Templer starten in einem Stadtteil von London, die Illuminaten und Drachen waren in den ersten beiden Betas noch nicht spielbar. Allerdings ist bekannt das die Illuminaten sehr kapitalistisch veranlagt sein sollen und in New York starten. Ausserdem haben sie eine Vorliebe für Technik. Die Drachen starten in Seoul und decken somit den 3. Kontinent ab. Die Drachen sind -ACHTUNG SPEKULATION – wohl am naturverbundensten von allen 3 Geheimgesellschaften und lieben das Chaos.

Aber zurück zur Beta.

Der Start verläuft relativ unspektakulär. Wir sehen eine Wohnung. Eine Biene fliegt durch den Fensterspalt herein. Im Hintergrund läuft eine Radioübertragung über irgendeinen Terroranschlag auf das Hauptquartier der Orochigroup in Tokio. Die Biene fliegt weiter und unserem schlafenden Charakter direkt in den Mund. Es folgt eine Sequenz die die Woche zeigt und uns mit…. interessanten Fähigkeiten. „Gestern“ kam dann eine nette Dame der Templer vorbei und gibt uns einen Brief. Am „heutigen Tag“ folgen wir letztendlich der Einladung.

Es folgt eine Vission in den Ubahnschächten von Tokio das als Tutorial vom Kampfsystem dient und uns die Grundlagen ganz gut vermittelt. Generell finde ich, dass uns Funcom hier nicht zu viel und nicht zu wenig an die Hand nimmt. Weiterführende Tutorials erscheinen sobald es nötig ist in Textform.

Grafik

The Secret World sieht spitze aus. Und das nicht nur für ein MMO sondern auch im Vergleich mit Offline Spielen. Durch volle Kantenglättung, Motion Blur und Tesselation wirkt es einfach Grandios. Aber seht doch selbst:

Oder auch in Form von bewegten Bildern:

Die Sonne und der Mond werfen nru ein milchiges Licht durch den Nebel oder – wenn der Nebel dünner ist – Volle Lichtstrahlen durch die Blätter von Kingsmouth. Der Strand und der Boden sieht durch Tesselation super plastisch aus und auch sonst wirkt alles sehr Atmosphärisch.

Sound

Meine persönliche Meinung ist, dass der Sound sehr stimmig ist. Im Normalfall hält sich die Musik im Hintergrund und die natürlichen Hintergrundgeräusche sind im Vordergrund. Hier mal ein schlürfender Zombie, da mal eine Krähe, dort eine Alarmsirene. Kampfgeräusche und Schüsse. Das krasse Gegenstück dazu bietet die Kampfmusik welche sehr laut und aktionlastig wirkt. Aber durchweg nicht übertrieben.
Auch den Kritikpunkt das die Soundeffekte der Schusswaffen nicht stimmt kann ich nicht teilen. Ich finde sie durchweg ausreichend bis gut so wie sie sind.

Charaktergestaltung

Auf den Charaktereditor gehe ich mal nicht weiter ein, da er nur ein Platzhalter ist, aber in der Form, in der er existiert ist einfach zu wenig Spielraum da.
Allerdings sind schon Tonnenweise Klamotten in London zu kaufen. von 30.000 Pax Roman aufwärts, es dürfte also in der Tat ein Weilchen dauern bis man da alles hat was für einen interessant ist. Wenn der Editor noch ähnliche Züge wie bei anderen MMOs oder wenigstens Age of Conan bekommt. Auch kann man die Kleidung frei wählen, da man die Charakterstärke über Amulette, Ringe oder ähnliches und nicht über Rüstungen an sich definiert. Eine nette Beilage und verhindert das irgendwann 80% mit Rüstungsset XYZ rumrennen.

Aber dabei hört die Charakterentwicklung ja nicht auf. Über die Taste „K“ können wir Fähigkeitspunkte frei vergeben und über „N“ das „Skillungsrad“ aufrufen. Über das Fähigkeitsmenü definiert sich, wie stark die Ausrüstungsgegenstände sein dürfen, die wir anlegen können. Je nachdem wie weit wir eine Kategorie (unter anderem: Blut, Chaos, Elementarmagie, SChrotflinten, Schwerter, Hämmer, Klauen, Sturmgewehre, Pistolen, Kleine Chakras, GRoße Chakras und Astralchakras) ausgeskillt haben. Dabei zählen aber nicht die gesamtvergebenen Punkte sondern nur wie weit die längste Reihe ist.

Das Skillwheel ist eine Weiterentwicklung des Skilltrees und umfasst insgesamt 525 lernbare Skills aus den verschiedenen Waffen und Magiearten. Es wird in aktive (Skills die man benutzen muss) und passive (Skills die andere Skills verstärken und dauerhaft aktiv sind) unterschieden. Davon können allerdings nur 7 Aktive und 7 Passive Skills gleichzeitig ausgerüstet werden.
Diese sogenannten Decks lassen sich allerdings im Ausrüstungsmanager abspeichern sodass ein Wechsel zwischen Nahkämpfer, Tank, Fernkämpfer und Heiler ausserhalb des Kampfes fliegend möglich ist.

Kampfsystem

Das Kampfsystem ist super dynamisch. Das Coolste: Man kann sich beim Casten bewegen was eine unglaubliche und so nicht wirklich dagewesenen Bewegung in die Kämpfe bringt. Bisher laufen die Kämpfe allerdings noch so ab: Waffenressourcen aufbauen, wenn man 5 hat den Finisher von Waffe 1 und 2 reindonnern und dann wieder aufbauen. Zwischen drin noch aus dem AE Effekt der Monster raus und passt.
Achso, das ist auch erwähnenswert: Man kann immer 2 Waffen ausrüsten und diese Fähigkeiten nutzen. Also z.B die Monster zuerst mit dem Hammer niederwerfen und dann mit der Schrotflinte bearbeiten ohne die Waffen zu wechseln.
Bei mir hat sich in der Beta die Kombination Chaos und Schwert beziehungsweise Klauen und Blutmagie etabliert. Es macht einfach einen riesigen Spaß die Gegner mit der Blutmagie auf Entfernung zu beharken und dann im Nahkampf mit Klauen zu zerfetzen. Oder die Nahkampfskillung: Für Einzelziele nehmen wir die magischen Chaosklauen und für Gruppen hauen wir wild mit dem Schwert um uns.
Ich kann auch nicht bestätigen das hinter den Angriffen zu wenig Druck steckt. Ich für mich persönlich wäre es einfach unrealistisch gekommen, wären da viele Effekte und einen riesige Kraft dahinter. Man muss ja auch bedenken: Der Charakter sieht so aus, als hätte er das erste Mal einen Hammer/ein Schwert usw in der Hand und diese Skills die wir hier zu sehen bekommen, sind nunmal die Anfangsskills. Ich glaube das der Druck schon noch mit den Aussenrändern des Skillwheels zunimmt.

Missionen

Es gibt 4 Arten von Missionen: Einmal die Storymissionen, dann die Aktionmissionen, die Sammelmissionen und die Rätselmissionen.

Storymissionen:

Bisher gibts für die Ecke um Kingsmouth rum immer eine. Allerdings ist diese Quest sehr sehr lang. In diesen Storymissionen erfahren wir sehr viel über den Hintergrund der Templer und von Solomon Island. Aber auch hier empfehle ich einen Blick zu riskieren:

Diese Storymissionen sind bisher eine Mischung aus Rätsel und Sammeln. Rätsel sind z.B bei 1:24:42 zu sehen. Und die Passage ab 1:38:50. Da kommt irgendwie VmTB Feeling auf. Grade ab 1:54:00

Aktionmissionen:

Das sind die üblichen Killmissionen die es in jedem MMO nun mal eben gibt. Aber auch das meistert Funcom gelegentlich sehr galant.

Sammelmissionen:

Die klassischen Missionen „Hey, geh mal da und da hin und sammel das und das“ Wie das meistens bei The Secret World aussieht, seht ihr hier. Interessant wirds ab 11:02 .

Rätselmissionen:

Mein Highlight und das was The Secret World ausmacht. Rätselmissionen sind Missionen, wo man keine Marker hat und auch sonst wenig Anleitung. Meistens nur ein paar Zeichen. Diese gilt es dann richtig zu deuten. Das heißt jedoch das man schon viel denken muss und diese Missionen meist knackig schwer sind. Und das nicht wegen den Monstern sondern weil man logisch denken muss. Aber es macht richtig Spaß. Endlich mal wieder was zum Denken beim zocken. Endlich mal wieder ein „JA, ENDLICH GESCHAFFT“ Erlebnis.

Beispiele sind z.B
der Kingsmouth Code

Etwas Böses:

Oder auch: Schmutzwäsche:

ab der 19. Minute ungefähr. Hintergrund: wir haben eine tote Putzfrau gefunden und auf ihrem Handy war eine Nachricht das wir die versteckte Tastatur bei der Kirchen finden sollen:

Fazit

The Secret World will anders sein und schafft es mit bravur. Großes Plus ist, dass man merkt, dass Funcom sehr viel Liebe und Herzblut da reingesteckt hat und das Rollenspielerherz blüht dabei richtig auf.
Genauso wie Age of Conan damals und heute setzt auch The Secret World mit DirectX 11 Support und dezentem Einsatz von Tesselation ein Meilenstein in Puncto Performance und Grafik. Auch die vielen Grafikartworks die eingebunden sind. z.B bei der Vermisstensuche, den Storyquests, der Quest Kingsmouth Code und nicht zuletzt der Karte machen das Spiel zu einem runden ganzen.

Die Gegend London und Kingsmouth wirken sehr authentisch und ich glaube, dass ich mich gut in dem Flair des Spiels verlieren kann. Die Atmosphäre ist von vorne bis hinten sehr eng und hält mich gut in seinem Bann.

Die Zwischensequenzen vor den Missionen sind sehr gut animiert und schön anzusehen und die Charaktere kommen darin gut zur Geltung. Nur von dem eigenen Charakter würde ich mir ein bisschen mehr Mimik wünschen. vielleicht ein ähnliches System wie in Star Wars? OMG ich würde es genialst finden.

Die Charaktererstellung nach dem Editor überzeugt mich auch und punktet mit einer super Vielfalt und bleibt trotzdem überschaubar.

Die Benutzeroberfläche ist schlicht und modern gehalten, bietet alles was man braucht und bedeckt nicht zu viel. Die Möglichkeit beliebig viele Taschenfenster zu erstellen (wobei sich alle den Gesamtplatz teilen) diese fixieren zu können und so zu Schnellwahlleisten zu machen und benennen zu können ist ein genialer Schachzug und macht die Oberfläche schön flexibel.

Das Kampfsystem ist durch die verschiedenen Decks, die Möglichkeit beim Casten zu laufen und die Möglichkeit 2 Waffen zu tragen sehr flexibel, schnell und dynamisch. Macht sehr viel Spaß und kanns kaum erwarten endlich alle 525 Skills durchzugehen.

Der Wermutstropfen sind noch kleinere Bugs. z.B das manche NPCs noch nicht ansprechbar sind oder Wände optisch verschwinden. Aber es ist auch noch eine Beta. Im Forum klagen einige über out of Memory Abstürze und ähnliches. Die Probleme hatte ich allerdings noch nie.

Auch das Craftingsystem ist mit dem ganzen rumgestacke noch ein bisschen umständlich. Dazu schaut ihr euch am besten das Review Video an.

Mit Bug der verschwundenen Wand (oben) und ohne (unten)

Ein Kleines Review mit bewegten Bildern gibt es auch hier:

Mehr The Secret World Videos gibt es hier:
klick mich

Und ich warte schon Sensüchtig auf The Secret World. Für mich haben sich die 3-4 Jahre des Wartens gelohnt!

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