Occupy Bewegung: Demo am 15.10. in München

Sapere Aude! – Empört euch.

Unter diesem Leitsatz stand die Demonstration in München. Organisiert beziehungsweise unterstützt wurde das Ganze von „Echte Demokratie jetzt-München“ und „Attac München“, die den Ort der Demo besser nicht hätten wählen können: Der Karlsplatz in München. Zwischen Hauptbahnhof und Marienplatz und als westliche Begrenzung der Füßgängerzone, hatten so nicht nur Demobesucher etwas davon, sondern auch noch die Leute, die eigentlich nur shoppen gehen wollten.

Die Idee dahinter:

Angefangen hat es mit Occupy:Wallstreet. In Europa ist es in Spanien unter dem Namen: 15M/ Democracia Real Ya!
Die Bewegung will dazu Aufrufen, sich zu empören. Über die Missstände in unserer Gesellschaft, in Wirtschaft und in der Politik. Sie fordert Gleichheit, Solidarität, kulturelle Freiheit und Fortschritt. Aber nur, wenn dadurch nicht das Wohl, das Glück und die Nachhaltigkeit unserer Gesellschaft und unseres Planeten gefährdet wird.
Sie tritt für die Rechte einer angemessenen Behausung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische teilhabe, freie persönliche Entwicklung, und Verbraucherrechte im Sinne einer gesunden und glücklichen Existenz für alle.

Allerdings verhindert dies sowohl das Finanz- und Wirtschaftssystem als auch die Politik. Die zwar theoretisch eine Volksvertretung und eine Regierung von allen und für alle sein soll (lat. demos= Menschen krátos= Regierung), aber in den heutigen Regierungsformen eher die 1% das sagen haben, welche Geld oder wirtschaftliche Macht haben. Also die Demokratien mehr Lobbykratien geworden sind.
Daher auch die Forderung:Democracia Real Ya! – Echte Demokratie: JETZT! “ Denn es kann nicht sein, dass die Welt von einem 1% regiert wird und die anderen 99% nicht gefragt werden. Wir sind diese 99% und wenn wir gesammelt auftreten, kann auch die 1% mit ihrer Macht und ihrem Geld nichts anfangen.

Und was war in München? Und warum gerade am 15. Oktober 2011?

Der 15. Oktober war ein Tag der weltweiten Demonstrationen. in über 1180 Städten gingen die Menschen auf die Straßen um für mehr Menschlichkeit und Gerechtigkeit und gegen gegen das derzeitige Machtkonstrukt zu demonstrieren. Gemeinsam für einen globalen Macht- und Stimmungswechsel.
In München war die Demo, so lange ich mit dabei war (von gut 11:45 bis 15:45 Uhr?) verhältnismäßig klein. Aber es sollte auch als Startschuss verstanden werden, dass immer mehr Leute für die Bewegung gewonnen werden und das ganze irgendwann groß genug wird um etwas zu bewegen.
Das faszinierende für mich war, dass es nicht nur eine Bevölkerungsgruppe oder -schicht war, sondern wirklich von den Linken bis hin zu konservativen, von Arbeitslosen bis hin zu Geschäftsleuten so gut wie alles vertreten war.
Was auch eine sehr schöne Idee war, war das offene Mikrofon. Das heißt, dass jeder etwas sagen konnte, der wollte. Jeder konnte sich Empören und dadurch kamen oftmals interessante Denkanstöße in die Runde. Und es stand von der 18 jährigen Azubine im Pflegebereich bis hin zum 73 jährigen Rentner wirklich alles vorne auf der Bühne und alle hatten den gleichen Grundtenor:
„Keine unmenschliche und ausbeuterische Wirtschaft und keine Wirtschaft, die den Menschen als Ware sieht, sondern eine menschliche Wirtschaft.“

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