Tschüss 2015 und Hallo 2016

Hallo zusammen,

Ich wollte ja eigentlich meine Tradition fortsetzen und pünktlich zum Jahreswechsel ein Jahresrückblick veröffentlichen. Tja, wie gut das geglückt ist seht ihr ja gerade… Ich habe dann überlegt, ob ich überhaupt etwas schreiben soll, habe mich aber – nach langem hin und her – dann doch dazu entschlossen etwas zu schreiben.

Die elementaren Gründe für die Entscheidung waren wohl Folgende:

1. 2015 war für mich wohl eine unfassbar geile Achterbahn der Gefühle. Ernsthaft. Der der das Drehbuch geschrieben hat hätte das nie verfilmt bekommen. Total unglaubwürdig

2. Es ist eigentlich eine schöne Möglichkeit mich nochmal mit dem Vergangenen auseinander zu setzen ohne in Gefahr zu laufen, in irgendwelche emotionalen Löcher zu Fallen.

3. Ja, es waren die ganzen Mimimimi Posts auf Facebook die 2016 zu ner Totgeburt gemacht haben. Und mit dem Thema möchte ich anfangen.

So, /Rage Mode on
Leute, geht’s euch noch gut ein 10h altes neugeborenes Jahr zum Tode zu verurteilen? Alter glaubt mir, ein bisschen kenne ich mich mit schweren Lebensphasen aus. Und ja, ich weiß verdammt gut wie es ist, wenn man nur noch einen Ausweg sieht. Leute, auch wenn es euch schwer fällt, erklärt doch nicht gleich das ganze Jahr für Tod. Ihr müsst mit dem scheiß Ding noch ein ganzes Jahr leben. :p
Ihr reisst ja auch am Wandkalender nur Tag für Tag die Blätter ab. Und geht nicht gleich am ersten Tag 2500h auf Arbeit und das restliche Jahr nicht mehr. Dan erklärt die Tage doch auch einzeln für Scheiße und nicht gleich alle zusammen. Vielleicht sind ja auch Überraschungen drunter? Wäre doch schade, wenn ihr das verpasst, nur weil das Jahr anscheinend ja eh Scheiße ist. Ich weiß, es klingt doof, aber ihr seid euer eigenes Glückes Schmied

/Rage Mode off

Und der Preis für die beste Einleitung geht dann wohl an mich. Kommen wir dann mal zum eigentlichen Rückblick

Januar 2015. Das Jahr hat grade angefangen und wo stand ich? Nervliches Wrack, da man ja aus Impuls und Ungerechtigkeit Übernahme Angebote von DB Station&Service ausgeschlagen hatte (Im Rückblick Danke Lara, das ich emotional so stark an dich gekettet war. Wegen dir bin ich jetzt hier, ausgeglichen und happy). Ausserdem hat der Einstellungstest beim Fernverkehr zum Lokführer nicht hingehauen. Also hatte man zu dem Zeitpunkt 3 Jahre Ausbildung gemacht um nachher arbeitslos zu sein. Keine Ahnung wie oft ich in ner Ecke Tränen vergoßen habe weils einfach gar nicht mehr ging.

Alternativen mussten her. Mitte Januar gabs dann das Praktikum beim Fernverkehr im Zugbegleitdienst. Die Entscheidung Stand nach ein paar Tagen eigentlich schon fest: Ab geht’s zum Zugbegleitdienst. Das ist doch was geniales.
Also am letzen Tag die Bewerbung beim Personaler abgegeben und 10 Tage später dann die Zusage für den 1.3.15 super geile Sache.

Also dann am 3.2. Hochengagiert eine erstklassige mündliche Prüfung abgelegt. Da der Beruf ganz klar extreme Arbeitszeiten hat, habe ich in der Zeit auch einen Führerschein begonnen. Begonnen ist das richtige Wort. Draus geworden ist bis heute nichts. Bin für Autos wohl einfach nicht gemacht.

Am 15.2. ging es dann etwas früher mit der Umschulung los als geplant. Was daran lag, das bei meiner Gruppe zu viele absprangen. War aber nicht weiter tragisch. Meine Ausbildungsgruppe bei Station&Service war ja schon echt super. Aber diese mit diesen Trainern war ja mal der totale Hammer. Echt Leute, es waren glaube ich mit die emotionalsten, härtesten und schönsten 3 Monate meines Lebens. Ihr seid ein total geiler Haufen gewesen. Schade das man nicht öfter zusammen fährt, ich vermisse euch 🙂

Was eigentlich auch schon die Monate März, April und Mai gut umfasst.

Naja, zu Mai sollte man noch sagen, dass das auch die Zeit war, wo man seine ersten selbstständigen Fahrten hatte. Man war das ein geiles Gefühl wieder in Uniform zu sein. Aber ich war aufgeregt wie Oskar.
Dank den Einweisungs und Prüfungsfahrten mit der Trainerin wurde mir wenigstens die panische Angst vor InterCitys genommen. Danke dafür. Mittlerweile machen die echt Spaß.

Und ab da ging alles ganz schnell bis ca. September/Oktober. Ohne Witz, durch die Dienstpläne mit den 40-50h Wochen gehen die Monate ultraschnell ins Land. Allerdings war das eine Zeit, die ich nicht missen will. Ganz ehrlich und echt. Ich wills nicht. Es war stellenweise super stressig. Es gab Schichten da wollte ich nicht mehr. Und dann gabs wieder die Schichten wie heute wo ich halt einfach mehr am Lachen bin als alles andere. Natürlich werden die Aufgaben im und am Zug trotzdem übernommen, aber mit super viel Spaß an und auf der Arbeit. Und ganz ehrlich: Das macht jeden Stress wieder wett.

Achso, ein KLEINES Thema hatte ich fast vergessen dieses Jahr: Flüchtlinge. Dazu hatte ich mich ja schon mal geäußert. Ganz ehrlich: Ich möchte es nicht mehr. Langsam ist man einfach nur übersättigt. Naja, komplett Jahresübergreifend vielleicht nochmal ein kleines Feedback zu der ganzen Flüchtlingsgeschichte. Auch hier vielleicht wieder etwas im Ragemode und etwas weniger ruhig wie ich das sonst so gerne schreibe. Aber auch das zeichnet meine Jahresrückblicke aus. Also *räusper*: Leute gehts euch bitte noch ganz gut, anderen Menschen die Hilfe zu untersagen? Anderen Menschen die – nur weil sie eben wo anders geboren wurden – weniger Glück hatten als wir hier und nicht auf der Eckbank in der Küche mit Laptop aufm Schoß sitzen können und ihr Jahr im Internet festhalten können.
Durch den Umstand, das ich mit meiner Arbeit öfters mal – zu meiner Schande muss ich gestehen – ungewollt mit Flüchtlingen zu tun habe und hatte kann ich sagen, das die meisten alle ganz normale Menschen sind und im Vergleich zu vielen Deutschen einfach nur super nett und super angenehme Zeitgenossen.
Also ganz ehrlich…. Anstelle das sich Deutschland jetzt in „Besorgte Bürger“ und „Gutmenschen“ (Was sind das bitte für Begriffe? Seit wann sind die Adjektive besorgt und gut so negativ behaftet?) aufzuspalten und euch gegenseitig zu bekriegen – ich sag nur Hamburg oder Bremen. Wo ich in Frankfurt am Bahnsteig angesprochen wurde ob es momentan sicher sei nach Hamburg zu fahren – solltet ihr euch lieber den Atem aufsparen und helfen. Wo ist denn bitte die Menschlichkeit geblieben? Die Nächstenliebe? Das sind leider Eigenschaften die ich in dieser Gesellschaft ernsthaft vermisse… Und das meine Lieben berdrückt mich mehr als jeder Flüchtlingszustrom und jeder Klimawandel. Denn wenn die humanitären Grundlagen schon so fehlen, dann können wir in dieser Form leider nur gegen die Wand fahren… Da brauchen wir keine Flüchtlinge für, wir machen uns schon selbst kaputt… Die ganzen Suizide ( 2 (!) Versuche jeden Tag allein im Schienennetz), die vielen Fälle von schweren Depressionen, SVV und anderen psychischen Krankheiten sprechen hier ja auch für sich. Ich denke, viele davon könnte man verhindern in dem wir alle einfach mal wieder ein bisschen weniger wie Maschinen und mehr wie Menschen werden. Ich mein, ich finde es schön, dass ich – lustigerweiße ebenfalls in Frankfurt am Main – gesagt bekomme das es schön war das ich jeden Reisenden angelächelt habe und ihm ein schönes neues Jahr gewünscht habe. Ist so etwas nicht menschlich und eigentlich selbstverständlich? Ich bin wirklich gespannt wo das noch hinführt… Wahrscheinlich treffen wir bald auf außerirdisches Leben das menschlicher ist als wir.
Und an die Nörgler die sagen „MERKEL RAUS“. Leute, ernsthaft, ihr findet das in Zeiten der Krise es das Beste wäre, wenn ein stabiles und gut funktionierendes System zu zerschlagen und ein Regierungswechsel das beste wäre? Ach c’mon, sowas kann ich nicht ernstnehmen. Das zeigt mir eigentlich nur, das hier kein Verständnis von Politik vorliegt. Und übrigens, ja, Merkel hat viel nicht korrekt gemacht. Aber Merkel hat menschliche Werte bewiesen und ist mir dadurch ganz schön sympathisch geworden.
Soviel zu diesem Thema. Cheers!

Aber Halt, wir sind ja erst bei Oktober. Da gibts ja doch noch so roundabout 3 Monate. Was war da denn los?
Ich hatte weiter oben ja schon den Führerschein wegen unmöglichen Dienstzeiten erwähnt. Den Führerschein habe ich ja deswegen begonnen weil der Wohnungsmarkt in München halt einfach verfahren ist. Wer hier von Anfang an mitgelesen hat, der weiß ja eigentlich schon wie es ausging. Fürs Autofahren bin ich immer noch zu blöde, aber immerhin die Wohnung hat seit Mitte Oktober geklappt. Auch wenn ich ja erst etwas später eingezogen bin und es sich noch immer nicht 100% fertig anfühlt. Gibt noch einiges zu tun. Allerdings ist hier das liebe Geld der limitierende Faktor. Und das kommt halt nur einmal im Monat. Ihr kennt das :p

Aber die erste Woche war schon nicht leicht, also aus emotionaler Sicht. Ich mein, ich wollte ja schon früher mal ausziehen und Oh mein Gott wäre ich überfordert gewesen. Zum Glück ist das nicht geworden. Der Zeitpunkt jetzt war glaube ich genau richtig. Vielleicht ein bisschen plötzlich dann doch alles, aber ich war emotional so weit. Meine Mutter konnte sich – wohl weniger erfolgreich wenn man bedenkt wie oft sie jetzt hier ist 😀 – emotional damit abfinden. Eigentlich ist alles gut gelaufen. Wären da nicht doch die tiefsitzenden Selbstzweifel und dieses abgrundtief sitzende Gefühl von… Leere? Einsamkeit? Ich kann das gar nicht so beschreiben. Fakt ist das ich grade in meinem Urlaub sehr stark darauf achten musste, dass ich davon nicht vollständig übermannt werde. Was den Urlaub nicht so wirklich erholsam machte. Was es ehrlich leichter gemacht hatte, war die TWLOHA Postkarten und das Poster wieder aufzuhängen. Hätte ich nicht gedacht, aber das bringt eine ganze Menge.

Aber wieder zu etwas Erfreulichem: Nach knapp 5-6 Jahren habe ich Ende Oktober endlich das mit dem Rauchen sein gelassen. Ich würde jetzt gerne sagen, dass ich null Verlangen danach verspüre wieder damit anzufangen, aber ich möchte das neue Jahr nicht mit einer Lüge beginnen. Rauchen an sich würde ich schon gerne wieder. Aber ohne Nikotin. Geht nur leider schwer, also lassen wir eben alles bleiben.

Ja, jetzt bin ich auch wieder irgendwo bei 1500+ Wörten gelandet. Ich denke das reicht jetzt auch erstmal für ein Jahresrückblick. Also sage ich erstmal tschüss und bis zum nächsten Mal 🙂

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