2019: die anfänge

Triggerwarnung wie üblich: Depression, SVV, Suizid

Das Innerste veräußert und aufs äußerste Verinnerlicht
Ein Wechselbalg, die Welt getauscht und nun werden wir sehen.

ASP Wechselbalg

Das Zitat passt eigentlich sehr sehr gut. Grade da ich ja direkt am 1. Januar wieder Dienst hatte und mein linker Arm aussah wie ein Schachbrett.
Gut, dass konnte man unterm Sacko ganz gut verstecken. Der Witz: Eigentlich wollte ich es gar nicht verstecken. Mein Gott, mir gings damals dreckig. Und eigentlich hatte ich immer noch nicht wirklich das Gefühl, in diesem Leben irgendwo mein Platz zu finden. Grüße gehen raus an meine damalige 5./6. Klasse des Gymnasium Weikersheims. Danke fürs Aufbürden dieser Last. Danke dafür, dass ich wohl in unregelmäßigen Abständen mich immer wieder komplett fehl am Platz fühle, das ich mich immer noch meist mehr wie ein Tumor – ein Fremdkörper – fühle als als gleichgestellter Mensch.

Zum Glück hat ich meine erste Woche im neuen Jahr mit zwei ganz lieben Zugcheffinenen( mit einer davon fahr ich viel zu selten), die ich sehr lieb habe gefahren. Und ja, natürlich haben sies gesehen. Natürlich waren sie besorgt. Ist wohl ne normale Reaktion. aber ja, es war schön mal Rückendeckung zu bekommen und vor allem das Gespräch in der IC Hotel Lobby in Berlin war sehr nice 🙂 Generell Carola, wenn du dich hier her verirrst: Danke für alles. Wirklich. Aufrichtig. Was ich rückblickend echt amüsant finde:

Eigentlich gings mir ja besser als im Dezember. Aber psychische Erkrankungen kannst halt nicht sehen. Sobald sich die Psyche dann in vorm von SVV manifestiert sind alle in heller Aufruhr. Oder zumindest mal besorgt und es kommen so Sätze wie „Ja mach 1- 3 und schön langsam ja? Und schrei wenn was ist“ und nicht „1 – 5 und schön jeden Bahnhof durch ja?“ <- früher gabs daraufhin nen halben Nervenzusammenbruch. Heute ein lockeres „Du, hat *hier nächster Halt einfügen* eigentlich ne Weiche?“

Selbst in großen Menschenmengen konntest du alleine bleiben.
Du warst wie ein Gespenst, für alle andren unsichtbar.
Und Gesichter im Vorbeiziehn, kaum gesehen schon vergessen,
kannst dich nicht erinnern, dass es jemals anders war.

Schneefall in der Hölle – ASP

Und ja, ich fühlte mich mal wieder wie ein Gespenst. Ich hab keine Ahnung wer von euch schon mal über den Punkt des Suizids rüber ist. Wer vielleicht schonmal einen Suizidversuch überlebte. Aber bei mir fühlt es sich wirklich die nächsten Tage und Wochen ein Bisschen so an, als wäre man ein Gespenst und immernoch mehr auf der anderen Seite als auf dieser hier. Kann natürlich auch Einbildung sein. Ists wahrscheinlich auch.

Auch wenn ich damals noch etwas zahmer mit mir ins Gericht geh, wird doch klar das man bis Ende April eigentlich von nem bescheidenen Jahresstart sprechen kann. Ich freute mich zwar ende Januar darüber, mal 3 Monate auf 20% Teilzeitarbeit zu sein und vielleicht mal durchschnaufen zu können (das war 2017/2018 und im Januar einfach nicht möglich, aber auf der anderen Seite schwirrten mir auch die „Was wenns“

Was man hier recht schnell sieht, ist die Tatsache das die Laune gerne mal droppt. Das man einfach ohne Grund plötzlich mal traurig ist… Das man seine eigenen Gefühle und seiner eigenen Wahrnehmung nicht übern weg traut. Das man dauernd da steht und hinterfragt ob die Emotionen jetzt seine sind oder ob das Unterbewusstsein nur imitiert was es bei anderen sieht.

ganz ehrlich? Wie ich den Januar zu fast gesunden Schlafenszeiten gekommen bin wundert mich sehr 😀 Wenigstens irgendwas

Februar, März und April ist tatsächlich schnell abgearbeitet. Oder eigentlich auch nicht.

In der Zeit gabs tatsächlich zweimal Jan Böhmerman. Einmal mit dem Rundfunk Tanzorchester in Mannheim was sehr geil war. Einmal eine Sendungsaufzeichnung Neo Magazin Royal was leider meine Depression versaute. Und ich mich eigentlich nur mega fehl am Platz fühlte… Verdammt schlechtes Gefühl sag ich euch.

Einmal Nightwish was ich mir ein bisschen selbst versaute durch den Sitzplatz. Kommt halt leider kein Feeling auf. Allerdings kickte eine neugewonnene Soziophobie zu der Zeit, sodass ich unten wohl durchgedreht wäre,

Das einzige echt schöne Konzert war Wuppertal in der historischen Stadthalle. Total nette Menschen getroffen. ASP ist wie immer sehr sehr geil. War gut.


Ansonsten wären die Monate sehr sehr viel Selbstfindung. Erst mal bestand die Zeit aus viel in der Wohnung verbarrikadieren und nichts und niemanden sehen und hören.
Man bekommt ja eh nichts hin. War damals zumindest der Gedanke. Und ja, auf eine ganz perverse Art und Weise war ich stolz drauf, trotz dem das ich definitiv auseinanderfiel 100% zu arbeiten. Wenigstens das zu schaffen.
Das ich dann selbst das nicht mehr schaffte (weil ja, es GING nicht mehr. Ich wollte. Sehr sehr gerne sogar. Es ging eben nicht.) hat mich im Februar erstmal wieder an den Rand des Freitods getrieben. Aber hey, die Gratwanderung mach ich eh schon ewig…

Generell hatte ich das Gefühl, dass durch den nachlassenden Druck plötzlich alle zum Spielen raus kommen. Soziphobia, nen SVV das dauernd schrie, eine Sanfte Suizidalität, meine Depression, dezente Halluzinationen, gestörtes Warm Kalt Empfinden. All das prasselte da erstmal ungeschützt auf mich ein und legte mich relativ lahm.
Ist übrigens auch nicht geil wenn du eigentlich die Augen zu machen solltest zum Schlafen, du aber entweder deine Leiche siehst, wie du den Suizid begehst oder aber irgendwelche doofen Situationen vor Augen hast. Und Ja, die Gedanken, es einfach durchzuziehen um dem anhaltenden Alptraum endlich zu entkommen werden stärker. Tags und nachts. Aber sich Umzubringen ist gar nicht so einfach (An der Stelle: Hätte ich ein Auto und ein Führerschein wäre es deutlich leichter gewesen. Hätte ich zugang zu Schusswaffen wäre ich heute definitiv nicht mehr da.). Und ja, ich hab mehr Stunden verbracht das zu googlen wie andere Lösungen zu verfolgen.

All das wurde dann noch verstärkt das zu den üblichen Gedankengängen noch kam: Scheiße, wie willstn du so irgendwann wieder Arbeiten? Am Leben teilnehmen? Klar das du grade keinen Vertrauten hast, das tut sich doch keiner freiwillig an.
Geile Mischung sagter? MEGA Geile Mischung sag ich euch.
Es fühlte sich an, als ob ihr unter einer schweren Bleidecke seit, die ihr nicht loswerdet. Seid nach kleinsten Arbeiten erschöpft. Wollt nichts machen, könnt nichts machen. Bekommt kaum Luft, weil die Decke euch die Lunge zerdrückt.

Was mich hat überleben lassen waren einige lichte Momente die mir zeigten wie es sein könnte. Die mich kämpfen ließen. Als Einzelkämpfer. Fuck that, Da hätte ich mich Dezember auch vor Railjet knallen können. Also wurde im ermüdenden zwei Schritte vor drei zurück Einer vor zwei Schritte zurück, vier vor und einer zurück.

Und Hell yeah, es tat verdammt gut der Soziophobie, den Panikattaken und der Depression ordentlich in den Arsch zu treten. Sieht man im Stimmungsverlauf auch.

Was dann weniger Gut lief war das „einschienen“ in die 80% zurück im April. Zumindest anfangs wo alles wieder auf mich einprasselte und ich die Kraft nicht für Schilde sondern für die Arbeit brauchte.
Bis zu jenem Tag im April. Wo ich in der Kantine saß und mir dachte
„Ach Cmon, eigentlich is das Leben doch ganz geil und für den ganzen negativen Scheiß ist doch eigentlich weder Platz noch gibts dafür nen Grund“

Keine Ahnung warum der Schalter gefallen ist, aber was dann kam war mit Mai vielleicht der geilste Monat meines Lebens. Und hey, nachdem man mal eben 2 Jahre echt in der puren Finsternis wanderte war der Mai bitter nötig und echt geil. Fast als hätte mein Hirn alles an aufgesparten Endorphinen gleichzeitig rausgepustet.

Depression so gut wie weg, Soziophobie weg, ich extrovertiert wie noch was, SVV weg, Suizidgedanken weg. Alles negative weg. Leistungsfähigkeit da, Fahrgast und Menschenumgang cool wie noch was. Es war wie als könnte man endlich aus der Höhle raus und das Licht fühlen. Also ob jemand plötzlich einen Farbeimer umgeschmissen hat. Sehr sehr sehr geil.

Ich verspürte Plötzlich wieder Freude, Hoffnung, war ausgeglichen. War mir sicher dass das meine Emotionen waren. Fühlte MICH endlich. War nicht mehr fremd. Es war, als hätte jemand gemerkt das mir das Bewusstein für mich fehlt und hätte es nachgeliefert. Kann man so wohl auch keinem erklären. Aber so war es.
Auch schön: Im Mai konnte man mal ausprobieren was geht und was nicht ohne angst zu haben, dass man wegen ner Kleinigkeit die irgendwas irgendwo triggerte mich wieder 2 Tage bis 2 Wochen lahmlegt oder zurückschmeisst…

Generell war ab dem Q2 alles try and error. Learning by Doing. Ausprobieren wie was wirkte. Und warum? Weil es es plötzlich geht. Weil verschiedene Aktionen plötzlich verschiedene Reaktionen hervorrufen die dann auch eine längerfristige Wirkung haben. Und nicht nur ein kurzes 10 Sekunden something-like-Glücksgefühl das kurz drauf wieder erstickt wird.

Ich irgendwann 2019


Und ja, ich hatte Bock auf 2019. To be Continue

Prolog 2019: Was bisher geschah

Moin, Servus und Hallo,

bevor ich jetzt hier anfange möchte ich dir eines sagen: Der folgende Text handelt von Depressionen, Triggern, Ursache und Wirkung, Bildern und Text zum Thema SVV und Suizid. Solltest du damit zu tun haben oder anfällig zu diesem Thema sein, dann überlege dir zweimal ob du weiter liest. Auch habe ich die sensiblen Bilder hinter einem Spoiler. Dieser funktioniert nur leider auf Smartphones und der „Mobile Ansicht dieses Blogs nicht“

um ein bisschen besser zu verstehen, was 2019 passiert ist, sollten wir in den letzten Monaten im Jahr 2018 anfangen. Und ja, ich sag das relativ oft und häufig aber hey, ist ja auch so.
Aber was war denn Ende 2018?

Nuja, 2018 und 2017 waren ja meine beiden „Dispojahre“ wo ich vor jeder Schicht erst 2 Tage vorher Bescheid bekommen habe was und wann und ob ich überhaupt arbeite.

Problem an der Sache: Man kann sich halt null drauf einstellen, da ich und mein Organismus im Normalfall immer so drauf, dass ich mir die nächsten 7 Tage anschaue, und mein Kopf sich schonmal einigermaßen drauf einstellt von wegen „Hier hast du zwischen 23 und 9 Zeit zu schlafen, da zwischen 20 und 5 usw usw“
Dementsprechend war ich Mitte/Ende 2018 schon froh, wenn ich mal 3h durchgeschlafen habe. Schlafrhythmus und Tiefschlafphase waren quasi nicht mehr vorhanden und ich möchte an der Stelle nicht wissen, was ein normales Hirn macht, wenn es ein bis anderthalb Jahre keine wirkliche Tiefschlafphase mehr ankommt.

Was ein Hirn macht, dass eh schon leichte bis heftige Tendenzen zur Depression, Probleme mit dem Knüpfen und Halten von sozialen Kontakten, Vereinsamung, SVV und das Suizid durchaus als bedenkbare Option ansieht kann sich jeder denken oder?

Das dazu noch kommt, dass sich durch den mangelnden Tiefschlaf jede Menge an Druck und Gedanken aufstauen und halt nicht abgelegt und verarbeitet werden.

Gut, das hatte sich dann Mitte bis Ende 2018 dank Psychotherapie, Medikamenten und einfach Hilfe die man bekam etwas normalisiert aber naja, dann kam der Dezember

Also was ist im Dezember passiert?
Mal davon ab das der Dezember ansich immer ein recht schwerer Monat ist, allein weil einem klar wird das wieder ein Jahr fast rum ist und man nichts erreicht hat, kommt noch dazu, dass einem regelmäßig sowas wie glückliche Familien und Beziehungen und gesunde Freundschaften vorgehalten wird.

Zum Anderen hat ich Dezember – glaube – selbst 2 Personenunfälle und bin insgesamt in mindestens 6 „reingefahren“ was Verspätung und stress nach sich zog. Dazu noch der Gedanken „Was ein Glückspilz,  der hats hinter sich und ich muss mich hier weiter durch den Wahnsinn schleppen“

Außerdem schlug die Medikation nicht mehr richtig an, meine Psychotherapeutin hatte ein oder zwei Probleme mit der Praxis und konnte somit die Behandlung nicht weiter machen, ich erfuhr am Jahresende das meine Vorgesetzte die Stelle wechselt, was hieß, dass ich mich auf einen neuen Vorgesetzten einschießen musste. In einem Zustand in dem ich nichts als Leere empfand.

Außerdem hat sich der Kontakt zu den zwei Personen verlaufen, die damals die einzigen Personen waren, mit denen ich A) offen schreiben konnte und B) die irgendwie die Verbindung zu dieser Seite der Welt aufrecht hielten.

Außerdem pochte immer noch der depressionsbefeuerende Gedanke in meinem Hirn das ich für meine Arbeit nicht gut genug bin. Dass ich sowieso viel zu langsam bin. Außerdem lief Leben und Haushalt ja auch nicht grade super… Alles in allem kam halt ALLES zusammen und erstickte jeden Funken Hoffung, jede Freude, alles Licht in mir.

Auf gut deutsch: Heilig Abend meldete ich mich zu Nachtschicht ohne Überlebenswillen, ohne Antrieb, ohne für mich Greifbare soziale Kontake und vor allem: Ohne Bezug zu mir oder zu anderen.
Dafür mit jeder Menge suizidalen Träumen und Gedanken, Fluchtreflexen, Soziophobien, Panikattacken und „Ich bin es nicht Wert“ Einstellungen.

Dinge die mich an der Nachtschicht (Railjet B4 Leistung für MFL) findet ihr unten in der Galerie und umfassen einen Plüschbär der OEBB (Ich nenne ihn Salvador), ein paar Nüsschen vom IC Hotel und eine Kart des IC Hotels die von den Mitarbeitern unterschrieben war.

Wer den Bahnhof in Freilassing kennt, der weiß, dass Schienenoberkante ziemlich genau auf Bahnsteighöhe ist. An und für sich also der beste Bahnhof für mich. Das Einzige, was mich an der Schicht dann am Leben gehalten hat, war Salvador, Rückblickend ziemlich bescheuert. In dem Moment alles. Ganz ehrlich? So nah war ich – glaube ich – noch nie am letzten Schritt,

Wir erinnern uns an die Triggerwarnung am Anfang? Gut. Nochmal: am Ende des Absatzes stehen eine Handvoll Bilder in einem Spoiler. Dieser Spoiler gehtauf mobilenm Geräten wie Smartphones oder Tablet nicht und könnte Leute mit SVV, Depressionen oder Suizidgedanken triggern. Scrolle NUR weiter, wenn du dir sicher bist nicht getriggert zu werden!

Also, wir schrieben dann damals den 25.12.2018. Normalerweiße liebe ich diese letzte Woche im Jahr, weil gefühlt alles still steht. In der Zeit ist meiner Meinung nach alles und nichts möglich. Normalerweise gehts mir in der Woche überdurchschnittlich gut. Nicht so in dieser Woche. Ich fühlte nichts, wollte auch nichts fühlen. Ab und an gab es zwar kleine Lichtblicke, die wurden aber recht schnell wieder erstickt.
Da ich den Silvesterabend frei hatte und nur vormittags arbeiten musste, der Druck aber immer mehr wurde erinnerte ich mich an eine Entspannungstechnik die ich in der Schule ein paar mal zu oft anwand.
Allerdings war das für mich eine letzte persönlich gesetzte Grenze, ein letztes Fangseil zur Sanity das ich damit durchdrang. Allerdings hoffte ich auf Linderung dadurch. Und so vielleicht mal einen Tag die Suizidgedanken beiseite zu schieben.

Also verabschiedete ich mich am Ende bei den Kollegen, wünschte einen guten Rutsch und war mir derweil nicht mal sicher ob ich in 2019 ankam. Wäre mir tatsächlich nicht unrecht gewesen, wenn nicht.
Danach ging ich einkaufen, kaufte ne Flasche Vodka und ne Packung Rasierklingen, ging heim, Schaute Harry Potter und wartete auf die Nacht.
Gegen Abend bestellte ich mir bei Dominos ein paar Pizzabrötchen, knabberte die zum Film, schlabberte den Vodka dazu, holte die Rasierklingen dazu und dann durchtrennte die letzte Grenze, das letzte Sicherheitsseil. Und so war das dann das Letzte was ich 2018 und das erste was ich 2019 sah


TW: SVV, Blut

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Zeit für einen Jahresrückblick 2016

Normalerweise eröffne ich ja Jahresrückblicke sehr gerne mit den Worten „Was für ein Jahr“ nur leider macht mir 2016 das gar nicht so einfach. Nun ist das Jahr in 3 Tage rum aber eine wirkliche Idee ob ich 2016 nun gut oder schlecht finden soll weiß ich immer noch nicht….

Viele halten 2016 ja für ein schlechtes Jahr weil so viele bekannte Menschen gestorben sind. Aber auch das mach 2016 für mich nicht wirklich zu einem schlechten Jahr denn die wenigstens der Personen, die gestorben sind habe ich auf Anhieb zuordnen können und noch weniger Leute habe ich danach effektiv zuordnen können. Und leider Gottes war nicht ein Jugendheld dabei, was mich ja dazu verleitet hat, dass ich mich eine Zeit lang echt mies fühlte. Am Ende einer leicht melancholischen Selbstfindungsphase kam ich zu dem Schluss, dass das wohl für viele Leute Jugendhelden waren. Meine Jugend“helden“ sind eher Charaktere aus den frühen Digimon und Pokemon Animes sowie diverse Videospielcharaktere. Vorteil: Sie können nicht sterben – oder sind es eben schon. Nachteil: Fiktive Charaktere sind eben meistens komplett überzeichnet und heben somit eine unrealistische Erwartungshaltung.
Aber nuja, damit wäre dann wenigstens geklärt wo das herkommt und nebenbei noch, warum mich die Todesfälle halt echt nicht wirklich berühren 😀

 

Was gab es 2016 bei mir noch? Kleines Erfolgserlebnis wenn man es so nennen mag: Ich hatte statt mehrere (mindestens 5) „kleiner“ depressiver Schübe „nur“ 2 Große. Die waren dann allerdings auch begleitet mit Anfängen von SVV und suizidaler Phase. Und ich habe gemerkt das es als Zugbegleiter relativ einfach ist einen Freitod zu begehen. Außerdem habe ich mittlerweile die meisten sozialen Gepflogenheit drauf und hab für die meisten Fragen und Aktionen die passende Reaktion zur Hand. Klingt wie das Standardwissen eines jeden Menschen? Vielleicht ist es das. Für mich ist das allerdings ein relativ großer Erfolg ^.^

 

*Bilder durchsuch* Ich gebe mir für die Jahresrückblicke ja immer relativ viel Mühe, also kommt nun das Bilder sichten und Monat für Monat nochmal durchgehen.

Januar: Der erste Gedanke: Hell Yeah, es gab Schnee. Der zweite Gedanke war, das ich Januar wohl das erste Mal bei einer lieben Person in Bamberg war. Das legen wenigstens die Fotos von meinem Bein/Knie nahe. Blaue Flecken Olé.
Sonst gab es da aber anscheinend eher weniger.

 

Februar: War scheinbar auch echt unspektakulär. Außer ein paar schönen Sonnenaufgängen und der Tatsache, dass ich mal unseren neuen ICE 412 näher beschnuppern durfte. Mittlerweile fährt der ja schon im Regelbetrieb.

 

März: Im Märzen nichts Neues. Außer ein paar Fotos vom Rhein, Kondome in Snackautomaten und Spruchpostkarten gab es wohl im Märzen auch nichts.

April, Mai, Juni: Klar, gab es auch nicht sonderlich viel spannendes zu sagen.

Juli: Auch der Juli war recht langweilig. Außer dann am 26.07.16 . Quasi der Tag, an dem die Welt kurz auf München schaute und München komplett still stand….
Dabei war die Schicht bis dahin ganz okay. Die größte Problematik war ein Abgesperrter Wagen wegen Klima


Ich war auf meinem Feierabendzug, wir waren auf die Minute pünktlich aus Ingolstadt rausgefahren als mich ein Fahrgast mit der Frage ansprach ob wir München pünktlich erreichen werden. Dies bejahte ich nichtsahnend…. 2 Wagen und allgemein vorherrschende Verunsicherung später weihte mich ein Fahrgast dann netterweise auch mal ein warum die Leute so drauf waren wie sie drauf waren. Die Medien verbreiteten die Nachricht von mindestens einem Anschlag im Olympiaeinkaufszentrum sowie einer allgemeinen sehr undurchsichtigen Gefahrenlage in München. Nachdem man ja als Zugbegleiter als letztes was erfährt habe ich mich dann zu den anderen Kollegen ins Dienstabteil zur Lagebesprechung zurückgezogen. Die Zugchefin probierte über die Verkehrsleitung erstmal Informationen zur Lage zu bekommen. Aussage der Verkehrsleitung: Alles Fährt. Ein ehemaliger Kollege von Station&Service in München sprach von einer Bahnhofsräumung. Das hat sich zum Ende hin dann auch bewahrheitet und wir wurden mit den knapp 150 Fahrgästen in Petershausen(Obb) zurückgehalten. Also erstmal durch meine Wagen durch, die Leute informiert mit Worten, die ich eigentlich nicht dachte jemals aussprechen zu müssen „Wie Sie vielleicht über den Medien schon erfahren haben, ist München momentan wegen eines Terroranschlags von der Polizei abgeriegelt. Deswegen bleiben wir bis auf weiteres in Petershausen.“ Oder in Englisch „ There was a terror attack in munich. Because of the investigation oft he authority and for your own safety we are waiting here in Petershause until the Situation is clear“ Wenig später haben wir dann die Türen freigegeben, Wasser und kleine Snacks verteilt und mehr oder weniger am Bahnsteig gecampt.


Die 4 Polizisten die an Bord waren haben mich ein bisschen auf dem aktuellen Stand gehalten und gleichzeitig ein bisschen rum geschaut sollte sich jemand verdächtig verhalten.

Im Nachhinein hätte ich mich übrigens gewünscht, dass ich nicht gleich von Terror gesprochen hätte. Dieser schwarzeste Tag im Jahr 2016 war ja nur das Ergebnis eines missverstandenen und gemobbten Kindes das ein Amoklauf im McDonalds durchgezogen hat. Hier noch einmal an die Opfer: Rest in Peace.

Mit knapp 4-5h Verspätung und auf Umwegen kam ich dann auch – knapp an einem SEK Einsatz vorbei – fix und alle zuhause an.

Klick hier für ein Video aus jener Nacht

Allerdings hat man noch Tage später die Folgen davon gemerkt. Sei es die Angespanntheit der Leute oder aber auch die ganzen Trittbrettfahrer die plötzlich aufgetaucht sind….

August: Kommen wir zu einem schöneren Thema: GAMESCOM. Nach dem ganzen Tam Tam Ende Juli ging es Ende August zur Gamescom. Über die Gamescom als Messe hatte ich ja schon in einem gesonderten Eintrag berichtet. Das ich eigentlich schon enttäuscht war von der Messe, da es weniger Messe war (Smalltalk mit den Entwicklern oder Communitymanagern. Vorher schon Sachen ausprobieren etc.) und mehr bezahltes Leute treffen und Werbung gucken. Gut der erste Tag war super. 40 Min Final Fantasy XV testen, dort mit Verantwortlichen reden die Ahnung haben. Außerdem hatte ich mich auch in den Pressebereich geschlichen der auch super war.
Aber eigentlich war ich ja eh nur wegen Sabine auf der Gamescom und um ein bisschen vom Hype runter zu kommen und dem Gefühl was verpasst zu haben wenn man nicht kann. Und da wurde ich voll belohnt. Denn neben Sabine endlich mal wieder gesehen zu haben, habe ich auch ganz tolle neue Leute kennen gelernt (Vor allem natürlich Saskia, aber auch Nadine sei hier erwähnt).

Was auch ein netter Nebeneffekt war: Durch die Gamescom und das Legion Kaffee konnte ich auch meine WoW Vergangenheit aufarbeiten und ich habe durch die Unterbringung in Düsseldorf auch gleich meine Vorurteile gegen den Ruhrpott abarbeiten können. Denn auch wenn es Kölner nicht gerne lesen: Düsseldorf ist auch eine super schöne Stadt wo ich auch super nette Spontanbegegnungen hatte. Ein Hoch auf die rheinische Offenherzigkeit!

 

Aber das war es natürlich noch nicht. Denn da Saskia das Thema Fotografie und Spiegelreflex zur Sprache brachte (Das ich übrigens immer aufm Tisch hatte aber nie weiter verfolgt habe), war einer der ersten Sachen die ich in München wieder erledigte der Gang zum Saturn wo ich mir dann eine Systemkamera (Kompakte Spiegelreflex) kaufte.
Diesem Umstand und den gotterbärmlich hohen Temperaturen geschuldet erfüllte ich mir dann einen kleinen Traum: Einmal auf die Zugspitze hoch. Wie es mir da mit meiner Höhenangst erging könnt ihr auch im entsprechenden Blogpost nachlesen. Aber ich kann schon mal so viel verraten: Es hat sich allein wegen der Aussicht gelohnt. Wer mal die Zeit hat das zu machen, der sollte es auf jeden Fall mal machen!

Kommen wir zum September: Der war geprägt von Kameratests und München ein bisschen erkunden. Das Ergebnis: Der Nymphenburger Schlosspark ist echt schön! Ende September ist mir auch ein bisschen die Decke auf den Kopf gefallen. Zum Glück weiß man da als Eisenbahner schnell Rat und ist spontan um 4:15 Uhr nachts in den Zug gestiegen um dann pünktlich zum Frühstück in Frankfurt zu sein.
Angekommen in Frankfurt am Main – die Stadt mit der geilsten Skyline hier in Deutschland, leben wollen würde ich dort trotzdem nicht – machte ich mich erstmal auf um den Stadtkern und davor vielleicht ein paar schöne Züge zu fotografieren. Dies gelang mir leider nicht so gut wie erhofft, allerdings habe ich dann auf dem Tower der Hessischen Rundfunks und in der Stadt noch ein paar gute Fotos zu machen.

 

Danach ging es weiter nach Köln. Zum einen weil es ja nur ein 50 Minuten Umweg ist und zum anderen hatte ich im Internet endlich ein Spot gefunden, wo man HBF und Dom ordentlich fotografieren kann. Dies gelang mir auch super und das Ergebnis hängt hinter meiner Couch an der Wand. Super geiler Shot mit netten Erinnerungen.

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Nach einem kurzen Stoßgebet im Dom selbst ging es im Eilgalopp zurück nach Stuttgart Saskia besuchen und dann endlich nach München zurück wo ich am späten Abend dann auch ankam. War ein superschöner Tag und wird definitiv mit kleinen Änderungen wieder wiederholt!

Generell muss ich sagen: 2016 hat viele wunder wunder wunder schöne Augenblicke mit unglaublichen Naturschauspielen. Mag daran liegen das ich super viele Frühschichten hatte, aber die Sonnenaufgänge in unterschiedlichen Teilen von Deutschland. Mal mit Nebel, mal Klar, mal im Regen. Mal mit Bergen im Hintergrund, mal im Flachland, mal mit Alpenpanorama und mal an der Alster. Grüße nach Hamburg an der Stelle. *cheers* Ich komm dich 2017 öfter Besuchen, versprochen!

Aber zurück zur Jahreszusammenfassung: Oktober war wieder überraschend unspektakulär. Und doch einer der in sich sehr relaxten Monaten. Laut meinem Fotoordner ist hier vor allem der Besuch von Babsi in Bamberg nennenswert. Super schöne Stadt, super angenehme Gesellschaft. Gerne wieder J Ich mein hey, hat ja doch 9 Monate gedauert. Diesmal dauert das Wiedersehen zum Glück nur 3 Monate. Freu mich schon auf Ende Januar. Wie die Fahrt von Frankfurt nach Nürnberg gezeigt hat bist du ja einer von den wenigen Menschen mit denen ich es längere Zeit auf engem Raum aushalte ohne das es a) mehr Kraft kostet als rein kommt und b) nervig und oder komisch wird.

Generell war der Oktober rückblickend betrachtet eigentlich nur Krafttanken für den November und Dezember. Wenn mir das mal einer vorher gesagt hätte…. Na jedenfalls dieser sehr angenehme Oktober endete dann mit einem gesellschaftskritischen Konzert der Extraklasse von ASP in Mannheim. Außerdem – so unglaublich und paradox wie das Jahr war – hat mir dieser Abend in Mannheim den Glauben an die Menschheit wiedergegeben. Danke an die netten unbekannte Studentengruppe aus der Nähe von Frankfurt am Main und der super netten Wienerin. DICKES DICKES DANKESCHÖN!

Der November begann dann genauso wie der Oktober aufgehört hat. Die Übernachtungen in Leipzig und in Osnabrück gehörten zu den schönsten dieses Jahr. Leider hielt sich die Grundstimmung nicht und mit der Köln Übernachtung vom 13.11. auf den 14.11. schlug am Abend des 13.11. dann die Stimmung um.
In Köln an dem Abend angekommen wurden erstmal die Buisnessschuhe gegen Laufschuhe getauscht und die Spiegelreflex aus der Tasche gekramt. Bewaffnet mit gutem Schuhwerk und Kamera machte ich mich dann auf den Weg vom Bahnhof Köln Messe/Deutz über die Hohernzollernbrücke zum HBF. Normal ist das maximal ein 5-10 Minuten Marsch. Ich habe geschlagene 40 Minuten gebraucht. Zum Einen lag das daran, dass ich an dem Geländer wirklich jeden Spruch gelesen habe. Zum anderen wohl auch daran, dass ich schon mit einer sehr merkwürdigen Gefühlsgrundlage an die Sache ran gegangen bin die sich gefühlt mit jedem Schritt weiter „vermerkwürdigt“ hat. Allerdings sind ein paar der Geilsten Bilder dieses Jahr entstanden.

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Die Laune ist allerdings am nächsten Tag und im Laufe der folgenden Woche nicht besser geworden. Zum einen mag das an den Kollegen liegen die alle Merkwürdig waren. Zum anderen war ich aber Unterschwellig auch auf Krawall und nicht Kooperation gepolt was die Sache sicher nicht leichter gemacht hat. Spätestens am Mittwoch war ich dann Emotional in einem Loch, in dem ich definitiv wieder mehr im Tod als im Leben hing. Und hey, ein schritt aus dem anrollenden Intercity und es wäre soweit gewesen. Wo ich überhaupt auch öfter näher davor war in dieser Woche als manch einer Glauben wollen würde.
Diese verfahrene Woche gipfelte dann im Mitarbeitergespräch an dem Freitag, dass allerdings sehr viel positiver ausfiel als erwartet (In ya face Münchner Zugteams aus der Woche). Was mir dann auch wieder zum einen meine Arbeitsmoral over 9000 anhob und eben auch mein Überlebenswillen neu entfachte. BESTE VORGESETZTE EVER!

Der Dezember stand also unter einem sehr sehr guten Stern und ging auch gleich super los mit einem Treffen mit Saskia und ihrem Freund in Hannover. Beziehungsweiße in Stuttgart und ich hab sie dann nach Hannover mitgenommen. Sehr schöner Tagesausflug. Definitiv Nachholbedarf.
Die nächsten zwei Wochen sind so schnell vergangen das sie mir irgendwie auch komplett in Erinnerung fehlen. Kann also nicht sehr spektakulär gewesen sein. Und dann hieß es auch schon: YAY Urlaub. Der sich eigentlich nicht wirklich nach Urlaub anfühlte. Um 17:00 Uhr von der letzten Schicht heimgekommen und dann gleich Koffer gepackt und ab ins Bett denn um 4 klingelte der Wecker, 6:19 ging der Zug…. Wer sich das überlegt hat 😀 Aber egal, die zwei Tage in Berlin und Maik wiedersehen waren super. Ein Tag Berlin mit Maik und ein Tag Tropical Island (Ist super, aber definitiv viel zu teuer. Aber hat Style im Dezember bei 40° am Sandstrand zu liegen) Das Hotelzimmer war auch super genial gelegen, also alles super. Nur das Ende nicht… Terror am Breitscheidplatz…. So wirklich wahrgenommen hatte ich das aber nicht. Hatte dann nur das Kotzen bekommen was für politische Debatten danach wieder auf den Tag kamen. Menscheheit…. STAWP PLS -.- Ich möchte mich dazu auch gar nicht äußern außer das Mal gesagt werden muss: Leute, wer öffentlich sagt das Deutschland im Kriegszustand ist, der hat doch den knall nicht gehört. Mal ganz ehrlich.
Meine Aussage in Whatsapp am Tag danach: Schnell nach Köln abhauen bevor Berlin ganz vor die Hunde geht. Der Tag mit Sabine war super. War super toll dich mal wieder etwas „privater“ zu haben als auf der Gamescom und war viel zu schnell vorbei. Das Ende war dann weniger nice. Die Dame war im Zug, ich habe aus dem extrem coolen Schließfachsystem mein Gepäck wieder, setzt mich in den Nächsten Zug und der ist im HBF stehen geblieben…. Und in Messe Deutz is knapp 20 min mein LETZTER Zug nach München gefahren… Nach knapp 10 Minuten ist dann die Durchsage gekommen, dass der Bahnhof evakuiert wird. Ich zum Lokführer vor, der meinte er fährt gleich leer nach Köln Messe. Zum Glück für mich hat Thalys meinen ICE blockiert so das ich ihn noch bekommen habe J

Weihnachten war diesmal bei der Familie ohne große Vorkommnisse also nicht weiter erwähnenswert.

 

Alles in Allem war 2016 also nicht schlecht. Es war eher recht unspektakulär mit kleinen Höhen und Tiefen. Wenn 2016 allerdings eines gezeigt hat, dann das die Menschheit unglaublich viele Abgründe hat.
Die Ganzen Unglücke, Amokläufe, Trittbrettfahrer, Fremdenhasser, Merkel-und-denen-da-oben-die-Schuld-geber und „Gutbürger als Schimpfwort Benutzer“ zeigen doch wie verfahren und wieviel Hass unter der Haut brodelte.
Was 2016 außerdem super geschafft hat: Immer wenn ein Städtename in den Twitter Trends ankommt, denke ich mir „Och ne, wasn nu schon wieder los?“ Aber was wichtig ist, die ganzen Unglücke erzeugen bei mir keine Angst sondern nur Abgestumpftheit bzw. ein Ohnmachtsgefühl…

Ich gehe trotz allem aber optimistisch in 2017, denn man darf die ganzen Hassprediger nicht gewinnen lassen. Außerdem bin ich super gespannt wie es weiter geht mit dem Planeten.

Prolog 2019: Techniktest die Erste

*pustet Mal eben den Staub vom Blog*

*hat tatsächlich keine Ahnung mehr wie das funktioniert*

*probiert einfach mal ein bisschen rum*

Moin, Servus oder einfach Hallo 🙂

Es ist jetzt der 25. Oktober 2019 und irgendwie bin ich schon voll in der Jahresendstimmung. Keine Ahnung wo das herkommt. Da ich 2018 auch zum Ende keine Jahreszusammenfassung gemacht habe (warum wohl? Naja, dazu später mehr). Der Text hier soll zum einen mal dafür da sein, dass ich mal wieder merk wie das alles hier funktioniert. Seit dem letzten Bloggen ist ja doch etwas Zeit vergangen und  zum anderen Mal las kleiner Techtest dienen um zu schauen ob das alles so läuft wie es soll.

Ich glaub ich habe jetzt auch nur knapp 2h gebraucht um einen sinnvollen Spoiler zu finden.

Klappt das?

Dies ist ein Spoiler Test

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Hoffentlich klappt das, sonst muss ich weiter suchen 😀

Naja, ich habe schon einige interessante Funktionen gesehen mit denen ich hier ein bisschen rumspielen kann und einen echt interessanten Jahresrückblick basteln könnte. Dass ich 2018 keinen geschafft habe. stört mich tatsächlich ein bisschen 😀

Naja, eine sache möchte ich mit den Spoiler noch testen

Bildspoilertest

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Scheint alles so zu klappen. Coole Sache. Naja, einen Rückblick für 2019 und Ende 2018 gibts auf jeden Fall. Vielleicht auch etwas mehr. Mal gucken

Auf bald!

Hello Fresh – Ein Selbsttest Teil 2 mit Fazit

Hallöchen zusammen,

nachdem ich nun die beiden anderen Essen ( Würziger Halloumi mit Tabbouleh ; Cremiges Thai Massaman Curry) habe ich mir glaube ich ein Bild machen können und alles grob einschätzen zu können.

Am Samstag hat der Halloumi mit Tabouleh den Anfang gemacht. Vielleicht sollte ich damit anfangen, zu erklären was Tabouleh eigentlich ist. Wikipedia sagt dazu Folgendes:
Halloumi oder Challúmi (griechisch Χαλλούμι, türkisch hellim, arabisch حلوم, DMG Ḥallūm, häufig auch nur als Halumi bezeichnet), ist ein halbfester Käse aus der Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen, auch gemischt. “

Im Falle von Hello Fresh lag ein gemischter Halloumi mit bei.

Rezeptekarte Halloumi mit Tabouleh

Zutaten Halloumi mit Tabouleh

Was mich die 3 Tage jedes mal total begeistert hat: Was für gutschmeckende und doch recht raffinierte Essen mit wenig Aufwand und Zutaten man damit fabrizieren kann.

Das Gemüse kleinschnibbeln, Bulgur Kochen, den Minzjoghurt zubereiten gelingt doch recht easy und die Anleitungen sind echt easy und für den ungeschicktesten Hobbykoch (mich :D) geschrieben.

Halloumi mit Tabouleh

Hätte ich mich komplett an die Kochanleitung gehalten und den Bulgur richtig abtropfen lassen hätte, dann wäre da unten auch nicht so viel Flüssigkeit drin.

Alles in allem aber super lecker, schmeckte sehr orientalisch, was mir persönlich sehr zusagt. Und ich weiß endlich mal wie man einen Bulgursalat zubereiten kann. Win Win.

 

Heute gab es cremiges Masaman Thai Curry. Was soll ich sagen: Auch hier ist das Rezept super easy nachzukochen. Geschmacklich super und wie im asiatischen Restaurant, angenehm pikant und sehr gut abgestimmt. Einziger Minuspunkt: Keine Sojasauce. Aber die Teriyaki Soße habe ich zum Glück immer im Schrank 😀

cremiges Masaman Curry

cremiges Masaman Curry

cremiges Masaman Curry

cremiges Masaman Curry

cremiges Masaman Curry

 

Fazit:

Ich fasse nochmal zusammen:

Nach ersten Problemen bei der Bestellung und Einrichtung ging es super einfach. Man kann den Wochentag und die ungefähre Uhrzeit festlegen.
Versand läuft über DPD Express sehr schnell und super.
Verpackt ist alles super wenn auch ein bisschen viel in Plastik. Also wenn mann darauf wert legt hinterlässt es vielleicht ein etwas faden Beigschmack.

Das Gemüse und die Zutaten sind alle super hochwertig und sehr sehr frisch. Dafür Daumen hoch.

Die Rezepte sind leicht nachzukochen aber trotzdem super lecker.

Der Preis von 42,99 Euro pro Box (2 Portion an 3 Tagen/3 Gerichte) ist vielleicht nicht unbedingt gering, allerdings für mich (Ich koche zwar gerne, aber bin total unkreativ was Rezepte angeht und mal ehrlich, meistens findet man nicht alles im Laden was man braucht) ein Deal, den man gerne mal ein bisschen laufen lässt. der Februar wird zeigen ob ich mir das auch dauer leisten kann. Ich hoffe es irgendwie.

Alles in allem bin ich super zufrieden. Der Preis wirkt auf mich angemessen, ist aber nichts für jedermann. Da man Wochentag und Uhrzeit jede Woche aufs neue festlegen kann ist es auch für Schichtdienstler (bin ja selber einer) geeignet.

Hello Fresh – ein Selbsttest

*Staub runterpust*
*klopf klopf*

Ist das Ding an? Hallo Hallo?

Ja, lange war´s ruhig hier. Das liegt daran, dass 2017 ein einziges Chaos war. Darüber will ich jetzt aber echt nicht reden und dem eine Bühne bieten.
Ich habe bei meiner MyMüsli Bestellung einen Hello Fresh Gutschein über insgesamt 30 Euro beiliegen. Es kommt wies kommen muss, Mitte Januar hatte ich mal wieder meine soziphobe Phase (die kommen ja mittlerweile zum einen immer öfters und irgendwie immer heftiger). Also dachte ich mir: Probieren wir es aus!
Der erste Dämpfer kam nach der Anmeldung, denn man bekommt die erste Box anscheinend frühestens 2 Wochen später…
Also neben der Bestellung einfach mal eben beim Rewe Lieferservice bestellt (das läuft übrigens sehr gut!).

Heute Vormittag gegen 11 kam dann der nette Herr von DPD und drückte mir der nette Herr von DPD das Paket meiner 3 Mahlzeiten für 2 Personen in die Hand.
Was mir nach dem ersten öffnen aufgefallen ist: Okay, drinnen ists sau kalt. Die einzelnen Papierpackungen sind farbcodiert für die Einzelnen Rezepte. Sehr gut. Für mich als absoluter Kochanfänger und Einkaufsnoob brilliant gelöst.

Papierverpackung „blaues“ Rezept

Papierverpackung „grünes“ Rezept

Das kühlungspflichtige Zeugs wird extra in einer Plastiktüte mit 2 „Kühlakkus“ geliefert. Kommt ungefähr an die Temperatur ran die in meinem Kühlschrank herrscht, wenn nicht sogar kälter.

Kühlungspflichtige Ware

Kühlakku

Kühlakku

Die Waren kommen zusammen mit 3 Rezepten die sehr leicht verständlich geschrieben sind und durch die Farbcodierung links unten leicht die Zutaten gefunden.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Also ein sehr sehr guter Ersteindruck. Aber was das Wichtigste ist: Wie gut kann man es als absolut ungeschulter und kochfauler Single wirklich nachkochen?

Heute habe ich dann auch gleich die Fiorelli probiert:

Rezeptblatt Fiorelli Vorderseite

Benötigte Zutaten genau so aus der farbkodierten Tüte geholt

Fiorelli Rezept Rückseite

Also habe ich mich mal ans Rezept gemacht und muss sagen:
Es schmeckt – trotz dem das es total einfach ist – echt gut. schön würzig, gut ausgewogen, und super easy nachgekocht. Durch das Rezept auch etwas das man selbst mal nachkochen kann.

 

Fertige Fiorelli

Fertige Fiorelli

Das endgültige Feedback gibts dann nach dem dritten Essen, also nachdem dann letzlich die erste Box „aufgebraucht“ ist.
Allerdings hat es schon mal einen guten Start hingelegt.

 

Was passiert muss eigentlich passieren, dass ein Zug den Bahnhof verlassen kann?

Servus, Moin und einen schönen guten Tag,

es freut mich das du den Weg zu diesem Blog gefunden hast 🙂 In Bezug auf den Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 3.11.2016 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-zugtueren-schliessen-bald-sekunden-frueher-im-dienste-der-puenktlichkeit-1.3233167) und dem daraus resultierenden Kommentarsturm auf Facebook der mir zeigte, dass wohl die wenigsten wirkliche Ahnung vom Bahnbetrieb haben, möchte ich euch hiermit die Grundzüge des „Zug abfahrens“ (oder wie es im Bahndeutsch heißt „Abfertigen“ näher bringen)

Als Erstes sei erwähnt, das ich es echt nicht verstehe wie sich Leute über 20 Sekunden aufregen können. Vor allem beginnt NUR der Fernverkehr das Abfertigungsverfahren 20 Sekunden früher. Die S-Bahnen, DB Regio und die Privatbahnen bleiben von dieser Regelung also unberührt. Das dürfte schon mit der Befürchtung der Leute aufräumen, wie es ist, wenn jemand länger zum Einsteigen braucht oder aber der Zug nur 30 Sekunden am Bahnsteig hält. Denn der Fernverkehr steht mindestens 2 Minuten planmäßig in den Bahnhöfen.

Als Zweites muss man sich vor Augen führen, dass dies nicht heißt, dass der Zug auf Biegen und Brechen 20 Sekunden früher abfährt, sondern der Zugchef lediglich 20 Sekunden früher damit beginnen kann den Zug abzufertigen. Allerdings muss der Zug vorher natürlich Abfahrbereit sein.

Abfahrbereit? Was heißt das denn schon wieder?

Ein Zug ist Abfahrbereit, wenn die Abfahrtszeit gekommen ist, dass Personal vollständig am Zug ist (Lokführer und die Mindestbesetzung), wenn der Be- und Entladevorgang am Speisewagen abgeschlossen ist, der Zug fahrbereit ist UND der Ein- und Austiegsvorgang beendet ist. Gerade der letzte Absatz sollte also mit der Aussage aufräumen, dass die DB die Fahrgäste nichtmehr mitnehmen möchte. Denn wenn eine Menge Fahrgäste ein und Aussteigen, so muss der Zugführer auch weiterhin warten, bis alle Fahrgäste Ein- und Ausgestiegen sind. Auch wartet der Zugführer weiterhin auf Anschlüsse, wenn die Verkehrsleitung dies anordnet. Und auch die Zugbegleiter warten natürlich weiterhin, wenn wir sehen, dass Fahrgäste angerannt kommen.

Aber was ändert sich denn jetzt eigentlich genau?
Dies möchte ich euch am Beispiel der ICE Abfertigung erklären. Der Einfachheit geschuldet ist T die Abfahrtszeit.
Das Abfertigungsverfahren der DB Fernverkehr AG für ICE Züge ist in 3 Phasen unterteilt und Phase 1 beginnt T-45 Sekunden. In Phase 1 wird die Bandansage ( „Meine Damen und Herren an Gleis XY bitte steigen Sie ein. Die Türen schließen automatisch, Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges.“) Außerdem betätigen die Zugbegleiter spätestens jetzt die Notentriegelung (Der Pfeifton) um sicher zu gehen, dass ihre Türe offen bleibt. Phase 1 hat übrigens vorher t-30 Sekunden begonnen. Effektiv sind es also lediglich 15 Sekunden die wir früher anfangen.

Kommen wir nun zu Phase 2 diese sollte t-30 Sekunden beginnen. Der Zugführer gibt hier einen Achtungspfiff und bedient die Türschließeinrichtung. Alle Türen, bis auf die der Zugbegleiter laufen zu. Hier besteht jetzt noch die Möglichkeit in letzter Sekunde zu einer Tür eines Zugbegleiters in den Zug zu kommen. Kleiner Hinweis am Rande: An Kopfbahnhöfen steht ein Zugbegleiter immer in der Nähe des Prellbocks und somit in der Nähe des Querbahnsteiges. Sollte der Zugbegleiter auch hier sehen, dass noch jemand angerannt kommt, so hat er hier noch die Möglichkeit diese Person abzuwarten.
Wohlgemerkt sind wir jetzt in Phase 3 bei T-15 Sekunden. Also hat man bis 15 Sekunden vor Abfahrtszeit die Möglichkeit in den Zug einzusteigen. Hier sei nochmal ausdrücklich erwähnt: ABFAHRTSZEIT nicht LETZTE MÖGLICHE EINSTIEGSZEIT. Im Flieger oder Schiff kommt man ja auch nicht bis zuletzt noch rein.
In der letzten Phase heben die Zugbegleiter letztlich die Orangefarbenen Scheiben. Das zeigt dem Zugchef „Hey, mein Bereich ist fertig. Wenn die anderen auch fertig sind können wir los“ Sobald der Zugchef den Arm hebt und die Fertigmeldung quittiert und zu diesem Zeitpunkt sind wir Zugbegleiter verpflichtet einzusteigen und die Türen zu schließen egal was kommt. Das hat den Hintergrund das zu diesem Zeitpunkt schon der Fahrweg steht, der Lokführer in den Startlöchern steht und wir mit jeder Sekunde, die wir länger stehen eventuell andere Züge ausbremsen. Gerade in Knoten wie Frankfurt am Main oder aber Köln HBF kann das ganz schnell den ganzen Fahrplan durcheinanderwürfeln.

Wieso können die 5 Sekunden, die ich brauche um noch zuzusteigen den ganzen Fahrplan durcheinanderwürfeln?
5 Sekunden wirken nicht viel, aber nehmen wir uns mal den Frankfurter HBF zur Brust. Hier ist die Zugtaktung so eng, dass die Züge stellenweiße sogar auf Einfahrt warten müssen, wenn jeder Zug auf die Sekunde abfährt. Das Problem, wenn ein Zug später abfährt ist, dass andere Züge, die eigentlich den Fahrweg des Zuges vor dem Bahnhof kreuzen, dadurch vor einem roten Signal zum Halten kommen. Denn: 5 Sekunden später reinspringen heißt 5-7 Sekunden spätere Fertigmelden heißt der Zug kommt 10-15 Sekunden später zum Anrollen.

Nun ist der Fahrweg vom Weichenbereich knapp 1-2km lang. Da braucht der ICE eine Weile um drüber zu rollen. Und der Fahrweg für den anderen Zug muss dann ja auch erstmal umgestellt werden, was auch wieder dauert. Der Brems und Beschleunigungsvorgang bedeutet hier gut mal eine Verzögerung von 2-3 Minuten die der andere Zug braucht um in den Bahnhof zu fahren. Dort muss er dann ggf. einen anderen Zug vorlassen oder aber Bremst einen sonst pünktlichen Zug aus und dieser hat dann gut und gerne mal 5-6 Minuten Verspätung.
Oder der andere Zug war ein ICE, da dieser später rein ist wurde der Regionalzug vorgelassen. Dieser bremst den ICE jetzt zwischen Frankfurt und Aschaffenburg aus. Dadurch hat der ICE nun eine Verspätung von 10 Minuten.

Aber wieso Lässt man dann den Regionalzug nicht einfach die 4 Minuten warten? Da ist doch der Fahrdienstleiter dann schuld!

Eben nicht. Es gibt auch für den Schienenverkehr ein Antidiskriminierungsgesetz. Das heißt das jeder Zug, egal ob Hochgeschwindigkeitszug, Regionalzüge (DB und auch private) oder auch Güterzüge. Das heißt, dass der Fahrdienstleiter den Güterzug vor den ICE setzen MUSS, wenn dieser die gleiche Trasse gebucht hat.
Tut er dies nicht, dann steht die passende Bundesagentur vor der Tür und der Fahrdienstleiter darf sich rechtfertigen. Und ob man es glaubt oder nicht, die Aussage: „Der ICE ist eben schneller!“ gilt hier nicht. Deswegen hat man auch regelmäßig in Fernzügen Nahverkehrszüge vor der Nase.

„Als würde das viel bringen. Meistens sind ja technische Störungen am Zug, an der Strecke oder Personen im Gleis Schuld“
Das ist vollkommen richtig. Allerdings muss man ja irgendwo anfangen. Außerdem kann man solche kleinen Dinge sofort Dinge sofort ändern. Technische Störungen an der Strecke wie Weichenstörungen, Oberleitungsstörungen und Signalstörungen kann man nicht einfach von jetzt auf gleich beheben. Deswegen wurden viele kleine Dinge im täglichen Betrieb geändert. Viel was nicht gemerkt wurde. Und selbst diese 20 Sekunden wären wohl nie aufgefallen wenn die Süddeutsche darüber berichtet hätte.
Und mal ganz im ernst. Die Deutsche Bahn kann ja wohl kaum was dafür wenn jemand meint im Gleisbereich spazieren zu gehen.

„Scheiß Deutsche Bahn, die SNCF löst das VIEL besser! Aber hier muss ja gleich 20 Sekunden früher die Tür geschlossen werden1111!!!!!“

Auch diese Kommentare habe ich auf Facebook gelesen und aller Professionalität zum Trotz: Leute, wisst ihr wie in Frankreich abgefahren wird?
3-4 Minuten (!) früher die Türen zu und der Bahnsteigzugang wird 2 Minuten vorher gesperrt. MiNUTEN. Keine 20 SEKUNDEN. Klar, besser wäre es wohl…. Aber da würde hier ja total Amok gelaufen. Das kannst nicht bringen 😀

Ich zitiere hier mal von Facebook: „Sehr fahrgastfreundlich, wenn eine alte Dame oder ein Rollstuhlfahrer mal länger zum Einsteigen braucht… DB, ihr habt doch nicht mehr alle Nägel am Gleis“

Vorneweg: Ob Gleise genagelt werden weiß ich nicht. Aber ich bin der Meinung die werden verschraubt 😀 Zum eigentlichen Thema: Das Abfertigungsverfahren wird nur im Fernverkehr der DB verwendet. DIESER hat immer mindestens 2 Zugbegleiter am Zug. Diese dürfen das Abfertigungsverfahren erst einleiten, wenn der Zug Abfahrbereit ist. Das heißt wenn alle im Zug sind die rein möchten. Rollstuhlfahrer müssen im Fernverkehr sowieso angemeldet sein und sich knapp 20 Minuten spätestens aber 10 Minuten vorher bei dem Servicepersonal melden. Folglich stört es die nicht viel. Die ältere Dame wird meistens auch zeitnah am Bahnsteig sein. Die stört es meistens auch nicht. Es gibt dem Chef NUR die Möglichkeit, zeitig loszufahren. Dies wird aber nicht auf biegen und brechen durchgesetzt.

Abschließend möchte ich mal eine Frage in den Raum werfen: Wer hat den gemerkt, dass dieses Verfahren schon seit Mitte des Jahres in Hannover, Frankfurt am Main und München HBF getestet wird?

Wenn ich schätzen müsste würde ich sagen: Fast niemand. Außer das die Pünktlichkeitswerte deutlich besser geworden sind.
Aber gut. Jetzt hat eine Zeitung darüber berichtet, da muss es ja was schlechtes/ein riesen Ding sein. Klar, macht Sinn…. NICHT

Auf dem Dach der Welt

Oder zumindestens der höchste Punkt Deutschlands. Was ich hier glaube ich noch nicht erwähnt habe: Ich bin kein Freund von Höhen. Trotzdem ist das erste was ich in einer neuen Stadt mache: Den höchsten mir erreichbaren Punkt suchen, erklimmen und sich erstmal einen Eindruck von der Lage machen. D.H. interessante Orte ausfindig machen, schauen welche Sehenswürdigkeiten lohnenswert aussehen und welche Parks/Plätze es „Wert“ zu sein scheinen angeschaut zu werden. Meistens mache ich das in Videospielen lustigerweiße ganz genauso: Erst Lage peilen und dann erst drauf los.

Dieses Vorgehen sorgt auch dafür, das ich mittlerweile bis zu 300/400 Meter hohe „Hügel“ oder Hochhäuser ohne Probleme wegstecke. Trotz alledem habe ich, seit ich vor knapp 3 Jahren in Garmisch-Partenkirchen (an der Deutsch-Österreichischen Grenze) war, den Wunsch einmal auf der Zugspitze oben zu sein und ein Foto mit dem Gipfelkreuz gemacht zu haben. Klar, Höhenangst verträgt sich sicher super mit 2950 Metern. Logische Herzenswünsche haben kann ich jedenfalls 😀

Gondelstation Eibsee mit Blick auf die Zugspitze
Gondelstation Eibsee mit Blick auf die Zugspitze

Wer das Bild herzoomt sieht übrigens ganz oben 2-3 Kräne, das ist der Gipfel der Zugspitze und gleichzeitig die Bergstation. Von da unten sieht das Ganze eigentlich noch relativ harmlos aus. Was dann folgte waren die… mit Abstand krassesten 7 Minuten meines Lebens. So ab dem ersten Masten hat man dann langsam realisiert in welchen Höhe man da mehr oder weniger frei hochschwebt und vor allem in was für einer kleinen Sardinendose.

Gondel von der Talstation zur Zugspitze
Gondel von der Talstation zur Zugspitze

Blick Bergstation zu Talstation
Blick Bergstation zu Talstation

Sieht eigentlich gar nicht so schlimm aus hat sich allerdings extrem krass angefühlt 😉

Der Blick oder besser gesagt die Atmosphäre war es allerdings sowas von Wert. Nebenbei hat die „Rundfahrtkarte“ auch einfach mal eben 61 Euro mit An- und Abfahrt von München aus mit DB Regio.
Allerdings konnte ich die Aussicht die ersten knapp 40 Minuten nicht genießen konnte einfach weil die Höhe doch ne Nummer zu extrem war. Aber wie ich unten schon gesagt habe und von den Hochhäusern her wusste: Ich gewöhne mich daran und hab dann doch noch meinen Spaß. Nur hat das bei Hochhäusern auf knapp 190 Metern Höhe nur 5 Minuten gedauert, aber ich denke einfach mal das liegt in der Natur der Sache das man in der 10x Höhe auch die 10x Zeit braucht um sich daran zu gewöhnen (Warum 10x? Nuja, von 1300 Meter über Meer auf 2900 Meter über Meer sind knapp 1600 Meter)

Nach den 40 Minuten mehr oder weniger durchgehend 3-4 Meter Abstand vom Rand halten und wenns nicht anders geht an der Begleitung festhalten hat man es dann langsam aber sicher auch mal gewagt an die Geländer zu treten und den Blick in die Ferne – aber nie nach unten – schweifen zu lassen. Und was man da gesehen hat war unglaublich majestätisch.

Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)

Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)
Der fast komplett abgeschmolzene Gletscher der Zugspitze (Deutschlands einziger Gletscher)

Blick von der Aussichtsplattform richtung Inntal und Italien
Blick von der Aussichtsplattform richtung Inntal und Italien

Blick von der Aussichtsplatform in Richtung Alpen/Österreich
Blick von der Aussichtsplatform in Richtung Alpen/Österreich

Blick von der Gipfelaussichtsplattform in Richtung Reute in Tirol und (hinter der Bergkette) Deutschland
Blick von der Gipfelaussichtsplattform in Richtung Reute in Tirol und (hinter der Bergkette) Deutschland

Das sind die erhabenen Momente im Leben wo man in ungefähr der Riehenfolge denkt: „Die Menschen haben doch ne Meise“ „Beachtlich was die Menschheit 1960 schon in der Lage war eine Seilbahn auf diese Höhe zu bauen.“ „Eigentlich ist unsere Existenz doch absolut klein und bedeutungslos. Noch lange nachdem alles von Menschen geschaffene verfallen ist, werden diese majestätischen Berge bestehen und wie Riesen über das Flachland wachen“

Hätte man mir übrigens vor 7 Jahren gesagt, das ich mal oberhalb der Vegetationsgrenze komme, dann hätte ich den jemand ausgelacht und gesagt „Hey, ich komm nicht mal auf 4 Meter. Wie soll ich dann auf 2600+ kommen?“ Tja, dass ich immernoch dieses mulmige Gefühl nachts habe mit der Gondel zu fallen/von der Aussichtsplattform runter das musste ja wohl sein. So eine leichte PTBS ist ja immer mal ganz fein 😉 (Bitte den Satz nicht ernst nehmen. mit PTBS ist nicht zu spaßen, ist mir vollkommen klar. Ich finde nur kein besseres Wort dafür).

Übrigens: Vegetation gibts da oben nicht. Dafür total geniale Vögel:

"NOM NOM NOM Lecker Brot" "Ey, was glotzt denn so, gibts da was umsonst" So oder so ähnlich könnte die Unterhaltung zwischen den Vögeln abgelaufen sein
„NOM NOM NOM Lecker Brot“ „Ey, was glotzt denn so, gibts da was umsonst“ So oder so ähnlich könnte die Unterhaltung zwischen den Vögeln abgelaufen sein

Vogel auf Zugspitze

Vogel auf zugspitze

Leider, oder zum Glück, sind gegen Mittag dann Wolken aufgezogen was eine total geniale Stimmung erzeugt hat da sich die Wolken dann um die Bergketten herum geschleust haben.

Zugspitzgletscher mit Wolekn
Zugspitzgletscher mit Wolekn

Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze

Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze
Wolken schlängeln sich über den Berggipfel der Zugspitze

Achso: Mein Foto vom Gipfelkreuz habe ich natürlich auch bekommen:

Die Gipfelsonne sollte man übrigens nicht unterschätzen
Die Gipfelsonne sollte man übrigens nicht unterschätzen

Die Rückfahrt ging dann einmal auf „gewohntem“ Wege (Nämlich der Schiene) durch einen knapp 4km langen Tunnel nach unten zum Eibsee.

Oberes Tunnelportal der Zahnradbahn
Oberes Tunnelportal der Zahnradbahn

Die Zahnradbahn fährt in den Gipfelbahnhof ein
Die Zahnradbahn fährt in den Gipfelbahnhof ein

Wenn ihr noch mehr Fotos sehen wollt schreibt es einfach in die Kommentare oder lasst mir eine Mail da 😉

Gamescom ’16 und Dies&Das

Hallo zusammen,

klasse, regelmäßig wollte ich schreiben, knapp 2 Monate ist es nun her. Klappt ja gut mit dem Regelmäßig schreiben. Auf der anderen Seite trifft sich das auch ganz gut da mir der Juli irgendwie komplett in der Erinnerung fehlt. Zack Zack, Juni rum und August da. Vor allem die GamesCom da. Eigentlich hatte ich mich richtig drauf gefreut, da ich das letzte Mal auf der letzten Games Convention in Leipzig war. Damals übrigens saugeil, man konnte mit den Entwicklern quatschen bisschen Spiele ausprobieren und hat an den Ständen noch Sach und Fachkundige Antworten bekommen. Dazu jedoch später mehr.
So, GamesCom in Köln (Einer meiner Lieblingsstädte in Deutschland. Der Dom, Der Rhein, einfach super 😀 ) allerdings war ich in Düsseldorf untergebracht (Kölner und Düsseldorfer bitte jetzt folgenden Absatz NICHT LESEN. ALSO WIRKLICH NICHT).
Am Mittwoch vor der GamesCom dann also in Düsseldorf im Ibis eingecheckt und wie immer das übliche konfortable Zimmer vorgefunden. Wer mal ein einigermaßen Preiswertes Hotelzimmer sucht dem kann ich das Ibis sowieso nur empfehlen. Jedenfalls schluss mit der Schleichwerbung und hin zu dem eigentlichen Thema: Düsseldorf hat nämlich echt schöne Flecken. Oder der Rhein macht einfach alles besser, wie dem auch sei ich war echt SUPER überrascht wie schön Düsseldorf eigentlich ist. Und hey, in 20 Minuten ist man in Köln und hat direkt am HBF noch kurz vor der Messe ein Hotelzimmer für 60 Euro die Nacht inklusive Frühstück :p Sorry für den Sidekick, aber der musste sein.

Also los ging es dann am nächsten Tag mit der Gamescom. Übrigens 1h früher als alle anderen (gegen 20-30 Euro Aufpreis). So fühlt sich also die Presse und die Fachbesucher 😀

Hello from the other side
Hello from the other side

Joa, mein erster Eindruck: Angenehm weitläufig aber irgendwie verdammt wenig Aussteller. In der einen Halle EA, die nächste ist größtenteils Ubisoft, eine Andere teilen sich Blizzard und Sony. Irgendwie recht überschaubar. Aber naja, das heißt ja nichts. Jedenfalls ganz entspannt mal für Final Fantasy XV angestellt und nach nur 1:30h auch zum 30 Minuten zocken gekommen. Umgehauen hat mich das leider nicht. Schlecht wars aber auch nicht. Insofern wird das glaube ich auch gekauft wenn mal ein Gaming Loch entsteht. Was mich übrigens total gefasht hat war das PS4VR (Playstation VR) von Sony. Wie ich finde ein super geiles Teil das aufjeden gekauft wird. Ich hab mich selten so IN einem Spiel gefühlt wie da. Total krass 😀 Ich freu mich was die Zukunft noch bringt. Habe aber auch ganz klar Angst davor. Denn je besser die VR wird, desto eher verliere ich mich natürlich darin. Und wenn das VR Zeug dann massentauglich ist, dann verschwiende ich wohl komplett von der Realität. Ich freue mich ja schon auf das erste MMO-VR-RPG. Mal schauen wo das ganze noch hinführt. Ist auf jeden schon sehr geil.

Allgemein zur Messe kann ich aber sagen: Die Entertainment Area ist genau das, was im Name steckt. Nur zur Unterhaltung. Nicht aber das, was für mich die Games Convention damals war und auch nicht das was eine Messe für mich ist. Schade eigentlich. Vielleicht war ich alles in allem deswegen ja von der Messe entäuscht obwohl sie viele echt geil fanden.
Das was für mich eine Messe ausmacht ist allerdings nur im Fachbesucherbereich abgelaufen: Meet&Greet mit Entwicklern, neue Titel und interessante Gimmicks auch mal entspannt antesten und mit aktzeptablen Wartezeiten ( Nein, Fucking 4+h ist NICHT Aktzeptabel). Aber ich musss sagen, South Park mit der Nosulus Rift war echt super eklig aber super geil 😀 Nichts was man jeden Tag machen will aber aufjedenfall ein super Messeerlebnis. Gab es leider nur im Fachbesucherbereich. Und normalerweiße kommt man da ja nicht rein. Danke hier an die Security die stellenweiße ein paar Augen zugedrückt hat 😀 Den Entertainment bereich fand ich irgendwie… Allein ziemlich lahm? Muss ich sagen… Sorry GamesCom. Irgendwie solltet ihr euch ja nichtmehr als Messe sondern als „Gaming Social Event“ umbenennen? Das hätte mir dann vielleicht eine Enttäuschung erspart. In einer Gruppe oder aber zu zweit (Samstag und Sonntag) hat das ganze echt ne Menge Spaß gemacht. Auch wenn man da nicht sonderlich viel von der Messe an sich gesehen hat. Aber wie gesagt: Leute mal wieder (oder auch das erste Mal) zu treffen war super geil. Hätte aber auch ohne die GamesCom funtioniert. Also alles in allem: Mit Kumpels wohl ne super Sache, nur leider hat das ganze im Entertainment Area recht wenig mit Messe zu tun (Kaum Entwickler da oder Mitarbeiter mit Fachkenntnis. Schade).

Tja, neben meinen Füßen hat meine geistige Gesundheit leider auch gelitten. Oder ich habe etwas neues über mich gelernt… Tja, lief auch in letzter Zeit viel zu stabil mit meiner Psyche, also warum auch nicht mal wieder ein Durchhänger. Ich mein, das ist doch immer so oder? Wenn es zu lange gut läuft muss man regelmäßig einen Dämpfer bekommen. In meinem Fall: Knapp 2-3 Tage komplette emotionale Leere… Was aufgefallen ist (oder was ich glaube das mir dadurch und auch während der GamesCom schon aufgefallen ist) ich habe selbst absolut kein (Oder ein sehr verkümmertes) Gefühlsleben. Eigentlich bin ich – gerade bei positiven Gefühlen – nur in der Lage Gefühle von anderen zu spiegeln. Klingt krank? Jaaa, irgendwie liest es sich deutlich abartiger als es in meinem Kopf noch klang. Aber das erklärt einiges. Weshalb ich z.B. Menschen mit negativer Einstellung ganz krass meide. Beziehungsweiße warum ich immer im Familienkreis stark am emotionalen Wanken bin. Das erklärt auch warum ich drauf aus bin das Menschen in meinem Umfeld gute Laune haben. Einfach weil ich die Laune brauche um selber gute Laune zu haben. Anscheinend trifft das aber nicht nur auf Launen zu sondern auch auf Interessen. Schon allein deshalb von ich wohl – bis auf wenige Charakterzüge und Interessen – so unglaublich wandelbar. Eine Weile lang dachte ich das sei einfach nur eine Fähigkeit. Mittlerweile glaube ich, dass da mehr ist. Aber wie dem auch sei…. Das gehört hier eigentlich nicht so öffentlich ins Netz. Nur stellt sich halt für mich die Frage: Mehr oder weniger sozialen Kontakt?

Über die Stressmentalität der Deutschen

Es gibt eine Menge Dinge die ich nicht verstehe. Das ist ja auch der beste Anfang für einen Blogeintrag und wohl generell eines der besten Eingeständnisse, die man sich selbst machen kann. Eigentlich urteile ich auch nicht über Menschen, denn ich bin der Meinung das hier jeder selbst wissen sollte wie er was Handhaben möchte und was für ihn gut ist. Auch wollte ich hier nicht sonderlich viel über die Arbeit schreiben. Falls das mal ein Vorgesetzter findet, sollte man ja nicht unbedingt allzu viele Datenschutzverstöße feststellen. Allerdings geht es hier eigentlich auch weniger um die Arbeit als mehr um die Mentalität der Menschen im Allgemeinen. Also lets go:

Die Deutschen sind ein komisches Völkchen. Viele von ihnen beschweren sich, dass die heutige Gesellschaft so stressig und kurzatmig und generell immer mehr auf Leistung orientiert zu sein.
Mich hat das zwar auch gestört, aber zu Anfang dachte ich „Das muss eben so, so ist die Gesellschaft halt. Da muss man jetzt halt mithalten.“ Das lag zum einen daran, dass ich es von meiner Familie nicht anders gewöhnt bin (Da herrscht die Meinung vor, dass man am Besten alles schon Gestern erledigt hat) als auch von meinem damaligen Beruf (Ausbildung bei Station&Service) zusammen. Denn da möchten die Reisenden auch ihre Anliegen schon bearbeitet haben, bevor sie es ausgesprochen haben. Allerdings waren auch regelmäßig entspanntere Reisende da. Meist Touristen aus der Tschechischen Republik, aus arabischen Ländern, den USA aber auch zum Beispiel aus Spanien, Österreich und Schweiz. Da habe ich mir aber gedacht „Naja, liegt ja daran, dass sie auf Urlaub sind. Da wäre ich auch entspannt.“

Der sogenannte Breaking Point kam dann so Mitte/Ende 2015. Was hatte sich seitdem geändert? Die größten beiden Änderungen: Ich habe meinen Arbeitsplatz gewechselt von Station&Service zum Fernverkehr (Wohlgemerkt als Zugbegleiter, also eigentlich die gleiche Sparte) und seit Ende 2015 wohne ich allein. Im Fernverkehr habe ich mit unglaublich vielen komplett unterschiedlichen Menschen zu tun. Sowohl Reisende als auch Kollegen aus ganz Deutschland, Frankreich (Paris), Österreich (Salzburg, Wien), Schweiz (Basel, Zürich) und stellenweiße sogar bis nach Ungarn (Budapest). Nachdem ich hobbymäßig sowieso total gerne Menschen ein bisschen analysiere (Doofe Angewohnheit, aber ich kann es irgendwie nicht ändern) habe ich mich daran gemacht zu schauen
„Was macht den Unterschied zwischen den gestressten und den entspannten Menschen aus?“

Was mir ganz grundsätzlich aufgefallen ist? Der gestresste Mensch macht sich den Stress meistens selber. Das sind nämlich die, die sich mit abgefunden haben, das die Welt ein Haufen Stress ist und sich dem ergeben hat. Die streng nach Zeitplan arbeiten. Seien es die Kollegen, die streng nach Dienstplan arbeiten. (Zur Information: Zugbegleiter (Fernverkehr, Zuganfangsbahnhof) melden sich zum Dienst, haben dann 10 Minuten Zeit um die Arbeitsmaterialien zu aktualisieren, haben dann Wegezeit von der Dienststelle zum Zug (7 Minuten für – wenns doof läuft – 1,5 km) und dann am Zug nochmal 10 Minuten Vorbereitungsdienst (Reservierungen einlesen, Zug taufen (das alle Anzeiger etc. stimmen), Reisepläne auslegen, eventuell erste Fragen beantworten & technische Fehler beheben). Bei dem Zeitplan ist stress eigentlich schon eingeplant sodass es genug Kollegen gibt, die schon gestresst sind, bevor der Zug überhaupt losgefahren gibt. Dann fragen noch 3 Leute wo die Reservierung ist oder wo der Zug hinfährt und dann ist sein Tag eh schon gelaufen… Vielleicht verständlich, aber ist eigentlich unnötig.
Auf die Reisenden kann man das übrigens auch umlegen: Wenn man als Reisender nämlich planmäßig so anreist, das man 1 Minute vor Abfahrt oder gar zur Abfahrt in den Zug noch reinspringt, dann ist das klar, dass da Stress aufkommt.

Meine Empfehlung? Als Zugbegleiter komme ich eigentlich immer schon 20 Minuten vorher auf Arbeit, habe dann gut Zeit um mit Kollegen zu plaudern, mich vorzubereiten und dann 15 Minuten Zeit zu haben um zum Zug zu gehen. Hat den Vorteil: Ich muss mich nicht beeilen und komme entspannt am Zug an.
Wenn ich mal privat mit dem Zug unterwegs bin, dann plane ich meine Anreise zum Bahnhof eigentlich so, dass ich zum Fernverkehrszug noch 20 Minuten zur Abfahrt habe (Da diese meistens länger sind und man etwas suchen muss, bis man einen freien Sitzplatz findet, der zusagt) und bei Regionalzügen 10 Minuten. Bei der S-Bahn bei 20 Minutentakt bin ich meist so 5 Minuten vorher am Bahnsteig. Reicht das man entspannt ist und nicht ewig viel Hektik machen muss. Denn „Hektik führt zu erhöhtem Unfallrisiko.“ Und das muss echt nicht sein.

Man glaubt gar nicht, wieviel so eine Kleinigkeit schon ausmacht. Übrigens finde ich, dass es definitiv einen Mehrwert hat, wenn man lieber man 50 Minuten wartet anstelle von durchgeschwitzt und abgehetzt halb-ins-Gleis-rutschendend noch gerade so in den schon anfahrenden EuroCity springt. Übrigens: Sollten dass die die Pendler in Stuttgart lesen: Nicht jeder dieser Züge hält auch überall. Und nach Mannheim fährt von Stuttgart aus alle 30 Minuten der Fernverkehr und zwischendrin noch DB Regio. Mal im Ernst, für sowas die eigene und fremde Gesundheit zu riskieren ist einfach nur dämlich. Ironisch wie das Leben ist sind das übrigens genau die Leute, die nachher meckern wenn der Zug 5 Minuten Verzögerung hat. Warum? Ich darf mal wieder zitieren

„SCHEI? BAHN FÜR WAS BIN ICH JETZT GERANNT WIE EIN IRRER NUR UM JETZT 30 MINUTEN AUF MEINEN ANSCHLUSS IN MANNHEIM ZU WARTEN? SO EIN MIST ICH FAHR NICHTMEHR BAHN. DA HÄTTE ICH JA GLEICH MIT DEM SPÄTEREN ZUG IN STUTTGART ABFAHREN KÖNNEN.“

Tja, hättest das mal gemacht 😀 Gemütlich noch ein Kaffee/Tee/Bierchen in Stuttgart getrunken und vielleicht noch eine Kleinigkeit gegessen, dann wäre alles ganz entspannt gelaufen. Merkste selber wa? 😀
Ich weiß auch, dass das nicht immer umsetzbar ist, aber probiert es doch einfach mal wenn es funktioniert. Schaut ob euer Grundgefühl dadurch nicht besser wird. Gebt dem ganzen doch mal eben 2-3 Wochen eine Testphase. Ich wette mit euch, dass ihr eure innere Ruhe wiederfindet. Und wenn nicht habt ihr ja nichts verloren. Übrigens kleiner Hinweis: In der Schweiz, Österreich oder auch in Ungarn und Frankreich (Da machen die Züge sogar schon ein paar Minuten vor Abfahrt die Türen zu) gibt es sowas lang nicht so oft. Vielleicht sind dort auch die Leute entspannter. Das Schönste was mir mal im ICE von Berlin nach Interlaken Ost aufgefallen ist. Ich bin in Kassel-Wilhelmshöhe eingestiegen wir sind über Frankfurt, Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Offenburg, Freiburg (Breisgau) und Basel nach Interlaken Ost gefahren. In Basel bin ich dann ausgestiegen.
Was mir ganz extrem aufgefallen ist: In Fulda haben wir mal 6 Minuten Verspätung gemacht. Eigentlich keine große Sache. Bis Stuttgart war das Gemecker groß. Ab Stuttgart kamen dann die Südbadener und Schweizer drauf. Ich dementsprechend schon was kleinlauter durch den Zug zur Kontrolle. Spricht mich ein junges schweizer Pärchen an, was los sei. Ich antwortete „naja, zwischen Fulda und Stuttgart wurde ich wegen den 6 Minuten Verspätung nur zu gemeckert, deswegen is‘ die Stimmung grade was gedrückt“ kam von ihr und dem halben Großraumwagen zurück „Ach Mensch, des sind doch nur 6 Minuten. Des steht man mit dem PKW auch mal im Stau. Des macht doch nichts“

SO FUCKING TRUE! Aber das ist die Mentalität da unten und deswegen macht das Fahren da unten einfach unglaublich viel Spaß. Könnten so entspannt nicht alle sein?

Übrigens der nächste Punkt der mir aufgefallen: Viele verwechseln die Akzeptanz der Dinge, die man nicht ändern kann und der Kleinigkeiten bei denen es sich nicht lohnt aufzuregen mit „militanter Gleichgültigkeit“

Der Unterschied ist: Akzeptanz zeigt sich daran, dass man schulterzuckend (in meinem Fall) freundlich den Fahrgästen weiterhilft so weit wie möglich. Aber nicht das es einem Gleichgültig ist. Sondern das man sich dadurch nicht mehr beeinflussen lässt als möglich. Oder das man sich nicht wegen jeder Toilette die im Zug kaputt ist aufregt. Das sind so Sachen der Kategorie „Kann vorkommen, wird weitergemeldet und ist damit gut“. Die Oben angeführte „militante Gleichgültigkeit“ zeigt sich dann so.
„DES IS MIR JETZT SCHEI?EGAL DASS DAS VERDAMMTE KLO KAPUTT IST. KANN ICH JA AUCH NICHTS DRAN ÄNDERN. DES IS MIR VERFICKTNOCHMAL EGAL“

Daran merkt man aber ganz eindeutig, dass es dieser Person nicht egal ist. Ich mein da regt die Person sich doch darüber auf wie Hund unter dem Deckmantel, dass es ihr egal ist. Die Zugtoilette is übrigens nur ein Beispiel weil eine defekte Toilette im Zug NICHTS ausmacht. Die Toilette steht hier für eine Kleinigkeit, über die sich viele aufregen.
Auch ein schönes Beispiel: Mein Zugchef von gestern und ich standen in Erfurt. Ein paar Züge hatten wohl Verspätung, unserer nicht. Die durchschnittliche Bahnhofsszene ist halt lauter, brauchen wir eigentlich nicht weiter drüber reden. Er ist am Bahnsteig trotzdem am telefonieren (Was mMn eh 5 Minuten vor Einfahrt das Zuges ein NoGo ist, hab ich aber nicht weiter kommentiert, er ist ja schon so lang bei der Bahn). Die Ansage redet sich logischerweiße den Mund fusselig. Der Zug später, der später, der später. Mein Zugchef ins Telefon „Die scheiß Ansage macht hier unnötigerweise eine verfickte Dauerbeschallung. Ich bin hier am verfickt lauten Bahnhof, verstehe dich kaum noch.“ Auflegen? Neeee. Kommt die Durchsage „Ich berichtige: ICE 1685 verkehrt nun doch pünktlich. Ich wiederhole, ICE 1685 verkehrt pünktlich“ Ich fand das super von der Ansage das sie das nicht todschweigt. Mein Chef „EINMAL MIT PROFIS. JETZT WERDEN HIER SCHON DIE VERFICKT PÜNKTLICHEN ZÜGE ANGESAGT. SEIT WANN DAS DENN? STELLEN WIR NURNOCH IDIOTEN EIN?“ Ich habs darauf versucht im zu erklären. Er nur „DAS IST MIR DOCH SCHNUPPE WURSCHT EGAL WIESO DIE DAS SAGT. MAN SAGT KEINE FUCKING ZÜGE AN. NURNOCH VOLLIDIOTEN HIER“ Damit war das Thema für mich eh durch. Wenn er meint. Aber das sind diese Kleinigkeiten die ich meine. Weil: An der Durchsage kann man null ändern. Warum darüber aufregen? Einfach annehmen. Man muss ja auch nicht am Bahnsteig telefonieren, wenn weiß das es da lauter ist…. Sowas gäbe es von der Mentalität her in anderen Ländern auch nicht… Aber sowas stellt einen natürlich permanent unter Strom….

Irgendwas wollte ich jetzt ansprechen, allerdings habe ich voll vergessen was es war…. Egal, schreibt mir doch mal in die Kommentare wie ihr das seht oder ob ich hier einfach nur Bockmist schreibe 😀

Ich wollte hier über dies oder das schreiben. Unter anderem über mein Hobby (Gaming), da ich beruflich öfter unterwegs bin wollte ich auch das ein oder andere Hotelreview hier posten. Hauptsächlich soll es hier aber um meinen Auszug bei der Familie und das Fuß fassen in einer von Deutschlands teuersten Städten.